Leonberger: Charakter, Größe und Pflege

Der Leonberger hat den Löwen nicht nur im Namen. Mit seiner Mähne macht er den Raubkatzen echte Konkurrenz. Hier lernst Du den riesengroßen Kuschelbären kennen.

Ein Leonberger (Hund) schaut freundlich
Quatschkopf, Kuschelbär, Familienhund: Das ist der Leonberger. ©AngelaBuserPhoto/iStock

Auch wenn sein Name etwas anderes denken lässt: Im Leonberger steckt keinesfalls eine Raubkatze, sondern allenfalls ein verschmustes, liebevolles Kätzchen. Keine Hunderasse könnte schließlich mehr Sanftmut ausdrücken als die kraftvollen Hunde.

Erfahre in unserem Rasseporträt, wieso das löwenartige Aussehen bei den Hunden gewollt ist und was die typischen Merkmale des Leonbergers sind. Außerdem liest Du hier, wie man ihn bereits als Welpen optimal erzieht und was bei der Pflege des Fells wichtig ist.

Wie sieht ein Leonberger aus?

Die auffälligen Merkmale des Leonbergers sind in erster Linie seine Größe und sein Haarkleid. Das Fell ist lang und außerdem mittelweich bis derb. Nach dem Zuchtstandard soll es so am Körper der Hunde anliegen, dass ihr Körperbau immer noch gut zu erkennen ist. Um Hals und Brust bildet die dichte Unterwolle vor allem bei Rüden oft eine charakteristische „Löwenmähne“.

Akzeptierte Farben des Fells bei der Hunderasse sind rot, rotbraun, löwengelb und sandfarben sowie alle möglichen Kombinationen zwischen diesen Farben. Die Haarspitzen dürfen entweder dunkler oder heller gefärbt sein, wenn die Grundfarben dadurch nicht in ihrer Harmonie gestört werden. Nur das Gesicht des Leonbergers sollte generell immer dunkel bis schwarz sein. Man spricht dabei von der sog. schwarze Maske.

Der Körper des Leonbergers ist kräftig und muskulös. Auch die Schnauze und der Kiefer sind kräftig definiert, mit einem langen und gleichmäßig breiten Fang. Die Hängeohren sind hoch angesetzt und mittelgroß.

Wie groß ist ein Leonberger?

Die Größe des Leonbergers ist geradezu beeindruckend. Rüden erreichen eine durchschnittliche Widerristhöhe zwischen 72 cm und 80 cm und Hündinnen zwischen 65 cm und 75 cm. Die Hunde mit dem bauschigen Fell gehören damit zu den großen bis sehr großen Hunderassen.

Wie schwer ist ein Leonberger?

Große Hunderassen sind generell schwer und Leonberger nochmals schwerer. Bis zu stattlichen 75 kg kann ein ausgewachsener, gesund ernährter Rüde auf die Waage bringen. Damit gehört er zu den schwersten Hunden überhaupt. Eine Hündin kann bis zu 60 kg wiegen.

Leonberger sind ausgesprochen große Hunde
Bei verantwortungsvoller Zucht ist der Leonberger ein Hund mit guter Gesundheit. ©Bigandt_Photography/iStock
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Wie alt wird ein Leonberger?

Die durchschnittliche Lebenserwartung großer Hunderassen ist leider nicht sehr hoch. So liegt auch das maximale Alter der Leonberger bei nur etwa sieben bis neun Jahren. Bei guter Gesundheit und Pflege kann der Hund aber auch älter werden. So erreichen etwa 20 Prozent aller Leonberger ein Alter von zehn Jahren oder mehr.

Welchen Charakter bzw. welches Wesen hat der Leonberger?

Das löwenartige Aussehen der Hunderasse täuscht: Leonberger gelten als sehr gutmütig, freundlich und gelassen. Deshalb sind sie auch sehr gefragte Familienhunde. Besonders bei Kindern kommt das liebevolle Wesen der Hunde deutlich zum Vorschein. Lautes Geschrei, wildes Herumgetobe und der eine oder andere Kniff ins Fell – der Hund erträgt Kinder um sich herum mit der stoischen Gelassenheit und Ausgeglichenheit eines Mönchs. Er liebt es, mit Kindern zu spielen und herumzutoben und auf sie aufzupassen.

Generell eignet sich die Hunderasse gut als Wachhund. Dabei treten die Hunde gegenüber fremden Menschen nicht ängstlich oder aggressiv auf, sondern kündigen diese höchstens lautstark an. Dabei beobachten sie die „Eindringlinge“ ruhig, aber aufmerksam. Leonberger sind intelligent und selbstbewusst, bringen eine hohe Unterordnungsbereitschaft mit und weichen ihrer Familie nicht von der Seite. Hast Du erst mal einen der flauschigen Welpen in Deine Familie aufgenommen, wirst Du sehen, wie wunderbar sich Mensch und Hund ergänzen können.

Ein Leonberger (Hund) im Wald
Kuschelbär im Anmarsch! ©AngelaBuserPhoto/iStock

Woher kommt der Leonberger?

Die Geschichte der Hunderasse ist so ungewöhnlich wie einzigartig. Anfang des 19. Jahrhunderts begann der Züchter und Bürgermeister des Städtchens Leonberg nahe Stuttgart mit der Zucht eines neuen Hundes. Der – so die Legende – sollte das Wappentier von Leonberg repräsentieren: einen Löwen.

Heinrich Essig kreuzte dafür eine schwarz-weiße Hündin, die vermutlich ein Mix aus den Hunderassen Landseer und Neufundländer war, mit einem Bernhardiner. In späteren Zuchtwürfen wurden zudem der Pyrenäen-Berghund und weitere Neufundländer-Varianten eingekreuzt.

Dabei suchte sich Essig von diesen Hunderassen die besten Eigenschaften aus, die das heutige Gesamtbild des Leonbergers ausmachen: eine beeindruckende Größe, langes flauschiges Fell, ein ruhiges und sanftes Gemüt und natürlich die Löwenmähne.

Dank Essigs Kontakten und seines Geschäftssinns wurde die Hunderasse rasch ein beliebter Gesellschaftshund und war besonders auf europäischen Königshöfen ein statusträchtiger und begehrter Begleiter. Mit der Größe und Eleganz der Hunde schmückte sich im 19. und 20. Jahrhundert die europäische Machtelite: Napoleon II., Kaiserin Elisabeth „Sisi“ von Österreich, Otto von Bismarck oder König Umberto I. waren begeisterte Leonberger-Fans.

In den Wirren der beiden Weltkriege wäre die Geschichte des Leonbergers beinahe zu Ende gewesen. Durch die Kriege kamen fast alle bekannten Mitglieder der Hunderasse ums Leben. Sie wurden ausgesetzt, vernachlässigt oder im Krieg getötet. Nur eine Handvoll Leonberger soll den Zweiten Weltkrieg überlebt haben. Die Züchter Karl Stadelmann und Otto Josenhans werden heute als die Retter der Hunderasse bezeichnet. Sie nahmen sich der überlebenden Leonberger an und züchteten sie weiter. Heute sollen so gut wie alle Leonberger von diesen überlebenden Hunden abstammen.

Übrigens: Der Leonberger wurde gezielt für die Zucht des Hovawarts eingesetzt. Der Hund mit der Löwenmähne ist also mit dafür verantwortlich, dass der Hovawart sein heutiges Aussehen hat.

Leonberger: eine spannende Hunderasse
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Leonberger: Die richtige Haltung und Erziehung

Das sanfte, intelligente und aufmerksame Wesen des Leonbergers gestaltet seine Erziehung relativ einfach und angenehm. Bereits Welpen lernen die wichtigsten Grundkommandos schnell. Und auch ausgewachsene Hunde sind stets lernbereit und gehorsam. Die Hunderasse gilt daher – trotz ihrer beachtlichen Größe – auch als geeigneter Anfängerhund. Die Bezugspersonen der Hunde sollten in der Erziehung stets ruhig und geduldig bleiben, aber auch genügend Konsequenz mitbringen, sodass der Hund klare Regeln erhält.

Sehr wichtig in der Haltung ist die körperliche und geistige Auslastung. Wie alle anderen großen Hunderassen benötigt auch der Leonberger sehr viel Bewegung, Auslauf und Beschäftigung im Freien. Ein großer Garten, in dem der Hund ausgiebig nach Lust und Laune herumtollen kann, ist mehr oder weniger Pflicht. Ebenso sollte genügend Platz und Wohnraum vorhanden sein, in dem sich der Hund trotz seiner Größe wohlfühlen kann.

Die Hunde sind außerdem geborene Wasserratten. Optimal wäre es daher, wenn Du in Deiner Nähe einen See oder andere Gewässer hast, in denen die Hunde täglich planschen können.

Die Hunde mit der Löwenmähne sind Familienhunde durch und durch und am glücklichsten, wenn sie von ihrer Familie umgeben sind. Je mehr Familienmitglieder, umso besser! Wenn Du selbst ein aktiver und geselliger Mensch bist, der die Natur liebt und viel Zeit für den Hund aufwenden kann, ist der sanftmütige Riese perfekt für Dich.

Leonberger im Winter
Der Leonberger ist eine große Rasse, in der unendlich viel Liebe steckt. ©Bigandt_Photography/iStock

Welche Pflege braucht der Leonberger?

Ein so dichtes und langes Haarkleid benötigt auch eine intensive Pflege. Besonders beim Fellwechsel solltest Du das Fell täglich sorgfältig bürsten. So entfernst Du abgestorbene Haare. Nach Spaziergängen in Wäldern oder durch Wiesen muss die dichte Mähne zudem jedes Mal sorgfältig nach Parasiten durchsucht werden. Ungeziefer kann sich in dem haarigen Gewuschel besonders gut verstecken. Gewöhne am besten bereits den Welpen an die tägliche Pflege, damit der Hund lernt, ruhig dazuliegen und die Pflege zu genießen.

Welche typischen Krankheiten hat der Leonberger?

Die unter großen Hunderassen sonst so typischen Hüftgelenks– und Ellenbogendysplasien kommen bei Leonbergern dank sehr hoher Zuchtstandards überraschenderweise nur selten vor. Nur noch 10 bis 13 Prozent aller Hunde erkranken heute laut einer Studie an der schmerzhaften Gelenkkrankheit.

Weitere, wenn auch seltenere Erkrankungen sind Herzprobleme, Knochenkrebs (Osteosarkom), Tumore im Bindegewebe (Hämangiosarkom), Grauer Star oder Allergien.

Die Rasse Leonberger ist groß, aber sehr freundlich
Der Leonberger eignet sich durch seinen Charakter hervorragend als Familienhund. ©AngelaBuserPhoto/iStock

Was kostet ein Leonberger?

Als beliebter Familienhund gibt es in Deutschland eine Vielzahl an Züchtern, die sich dem wuscheligen Leonberger verschrieben haben. Kaufpreise für Welpen beginnen dabei durchschnittlich ab 1.000 Euro.

Anerkannte Züchter sind hohen Zuchtstandards unterworfen. Das ist gut, denn sie müssen bei jedem Wurf dafür sorgen, dass die Welpen geimpft, ärztlich untersucht und frei von Krankheiten sind. Auch die Elterntiere der Zucht werden artgerecht gehalten, versorgt und gepflegt. Außerdem sind Züchter wandelnde Lexika, was die Rasse, Erziehung, Gesundheit, Haltung und Pflege angeht und haben für Dich stets ein offenes Ohr.

Möchtest Du einen der gutherzigen Hunde in Deine Familie aufnehmen, gehe deswegen unbedingt zu einem anerkannten Züchter. So kannst Du sicher sein, dass Dein jüngstes Familienmitglied ein möglichst gesundes, langes und glückliches Leben führen kann. Muss es aber gar nicht zwingend ein Leonberger sein, schau einfach mal im Tierheim nach. Dort warten zahllose tolle Hunde auf ein neues Zuhause. ♥