Samojede: Charakter, Pflege und Haltung

Wenn plötzlich ein weißer Fellberg mit einem breiten Lächeln auf Dich zu rennt, ist das kein freundlicher Eisbär, sondern der wunderschöne Samojede.

Samojede
Eine wuschelweiche Wattewolke: Das ist der Samojede. ©BoValentino/iStock

Der Vergleich mit einem Eisbären ist gar nicht so an den Haaren, pardon, am Fell herbeigezogen. Der Samojede fällt in der Hundewelt mit seiner flauschigen weißen Mähne einfach sofort auf. Es sei denn, Du wohnst in eher kühleren Breiten mit viel Schnee, dann musst Du die schönen Hunde aufgrund der dort perfekten Tarnung erst mal suchen.

Wenn Du sie schließlich gefunden hast, mache Dich auf eine riesengroße Portion Liebe gefasst. Samojeden gelten als ausgesprochen sanftmütig, verschmust und gut gelaunt.

Erfahre in unserem Rasseporträt alle wichtigen Fakten über den Samojeden, von seinem Aussehen über seinen Charakter bis hin zur richtigen Haltung, Erziehung und Pflege.

Wie sieht ein Samojede aus?

Das Lächeln der Samojeden

Samojeden sind eine sehr charmante Hunderasse. Und das ist sogar so gewollt. Im Rassestandard der FCI (Fédération Cynologique Internationale) soll das Erscheinungsbild der Hunde Kraft, Ausdauer, Würde, Selbstvertrauen und vor allem Charme ausstrahlen. Das tun die Samojeden eindeutig, und zwar hauptsächlich wegen ihres freundlichen und fröhlichen Gesichtsausdrucks: das „Lächeln der Samojeden“.

Der Eindruck des Lächelns entsteht durch den schrägen Ansatz der Augen und den leicht nach oben gebogenen Lefzenwinkeln. Gekrönt wird das Ganze noch mit einer sanften braunen Augenfarbe und v-förmigen Ohren, die in (fast) alle Richtungen bewegt werden können. Zum Knutschen einfach!

Natürlich ist ein Samojede (vermutlich) nicht fröhlicher als die deutlich düsterer dreinblickende Englische Bulldogge oder der zerknautschte Mops. Gute Laune versprühen die Samojeden mit ihrem Lächeln aber allemal.

Samojede im Rasseportrait
„Bitte lächeln!“ Beim Samojeden ist das Programm. ©Abramova_Kseniya/iStock

Der Mini-Eisbär

Ein weiteres auffallendes Merkmal des Samojeden ist sein plüschiges weißes Fell. Die Hunderasse stammt ursprünglich aus Sibirien. Dementsprechend lang, dick und dicht ist ihr Haarkleid.

Die Unterwolle ist sehr weich und füllig und dient als optimaler Kälteschutz. Das lange Deckhaar schützt die Unterwolle vor Feuchtigkeit und Schmutz. Der Fellwechsel tritt beim Samojeden zweimal im Jahr auf. Bei einer solchen dicken Unterwolle kannst Du Dir vorstellen, was auf Dich zukommt. Lass Deinen Staubsauger für Tierhaare am besten direkt an der Steckdose. Dafür gilt das Fell des Samojeden als größtenteils selbstreinigend und benötigt daher auch wenig Pflege.

Der heutige Samojede hat in der Regel ein reinweißes Fell. Auch weiß-beige ist noch nach dem Rassestandard erlaubt. Die reine weiße Farbe wurde erst durch die Zucht ausgeprägt. Die ursprünglichen Hunde aus Sibirien hatten vielmehr ein graues bis hin zu einem braunen oder sogar schwarzen Fellkleid.

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Wie groß ist ein Samojede?

Die weißen Hunde gehören zu den mittelgroßen Hunderassen. Rüden erreichen eine durchschnittliche Widerristhöhe zwischen 54 und 60 cm und Hündinnen zwischen 50 und 56 cm.

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Wie schwer ist ein Samojede?

Die Hunde sehen zwar wegen ihres Fells oft richtiggehend „aufgeblasen“ aus, ihr Körperbau ist aber eher schlank. Rüden bringen ein durchschnittliches Gewicht zwischen 20 und 39 kg auf die Waage und Hündinnen zwischen 17 und 25 kg.

Wie alt wird ein Samojede?

Typisch für eine mittelgroße Hunderasse liegt die Lebenserwartung der Hunde zwischen 12 und 14 Jahren. Bei guter Gesundheit und Pflege können einige Samojeden auch älter werden.

Ein Samojede am Meer
Manchmal muss man einfach ans Meer und schreien. ©infinityyy/iStock

Welchen Charakter bzw. welches Wesen hat der Samojede?

Wer so fröhlich lächelt, muss einfach lieb sein. Und genau das sind Samojeden auch. Ihr Charakter gilt als sanftmütig, aufgeschlossen, munter und lebhaft. Die anhänglichen Hunde sind sehr auf ihre Menschen bezogen und möchten am liebsten immer in ihrer Gesellschaft sein.

Weitere Charaktermerkmale des Samojeden sind Freundlichkeit und Ausgeglichenheit. Die Hunde weisen eine gehörige Portion Selbstbewusstsein und Stolz unter der flauschigen Fellpracht auf und können manchmal ganz schön stur werden. Aggression und Hektik sind den Hunden hingegen fremd.

Ihr Jagdtrieb ist nur gering ausgeprägt. Als Wachhund ist der Samojede auch eher schlecht geeignet. Das ist wohl auch deshalb so, weil sich Einbrecher vermutlich über den breit grinsenden und schwanzwedelnden Mini-Eisbären eher freuen würden, als Angst vor ihm zu haben.

Die Geschichte des Samojeden

Der Ursprung der Hunderasse findet sich im kalten Sibirien. Dort wurden die Hunde von den indigenen Ureinwohnern – den Nenzen oder Samojeden – als fleißige und intelligente Arbeitshunde geschätzt. Sie wurden von den Menschen zum Hüten von Rentierherden eingesetzt, begleiteten ihre Menschen auf der Jagd und kuschelten als „Wärmflasche“ in den kalten Polarnächten mit ihrer Familie im Bett.

Die Hunde galten bei den Nomadenvölkern als vollwertige Familienmitglieder und wurden eng in das gemeinschaftliche Leben eingebunden. Woher die Rasse ursprünglich kommt, ist heute nicht mehr bekannt.

Durch Expeditionen nach Sibirien in den 1880ern wurde der Samojede auch im restlichen Europa bekannt. Die ausdauernde Rasse galt neben anderen Hunden wie beispielsweise dem Siberian Husky als wertvoller Schlittenhund auf diversen Expeditionen zum Nord- und Südpol.

1909 wurde in England der erste Rassestandard für den Samojeden festgelegt, 1913 die Rasse offiziell anerkannt. In Deutschland ist seit 1968 der Deutsche Club nordischer Hunderassen (DCNH) für die Einhaltung der Standards bei den Züchtern zuständig. Der Samojede wird heute hauptsächlich als Haus- und Familienhund gehalten.

Samojede: ein Steckbrief
Eine Zunge im Schnee. (Wer genau hinschaut, kann außerdem einen Samojeden entdecken.) ©AlSimonov/iStock

Samojede: Die richtige Haltung und Erziehung

Wenn Du jetzt genauso von der fröhlichen Knutschkugel begeistert bist wie wir: Der Samojede ist nicht wirklich ein Anfängerhund. Obwohl die Hunde sehr lieb, freundlich und anhänglich sind, darf man ihren Stolz und ihr Selbstbewusstsein nicht vergessen. Samojeden können ganz schön stur sein und gucken ihre Menschen oft mal schräg an, wenn diese ihnen einen neuen Trick beibringen wollen. Außerdem haben die Hunde einen Hang zum selbstständigen Handeln, wenn ihnen langweilig ist.

Für die richtige Erziehung eines Samojeden ist daher vor allem viel Geduld, Fingerspitzengefühl, Konsequenz und natürlich Liebe gefordert. Die Erziehung muss mit Disziplin und genügend Motivationsanreizen erfolgen. Auch wenn der Jagdtrieb der Hunde nur sehr gering ist, kann dieser dennoch spontan beim Freilauf im Wald hervorbrechen. Möchtest Du einen Samojeden in Deine Familie aufnehmen, solltest Du auf jeden Fall mit ihm die Hundeschule besuchen.

Als ursprünglicher Arbeitshund erfordert der Samojede sehr viel geistige und körperliche Beschäftigung. Spiele, Spaß und Sport im Freien sind Pflicht.

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Achte wegen des dichten Fells der Hunde unbedingt immer darauf, dass ihnen nicht zu heiß wird. Eine Joggingtour im Hochsommer mit dem Hund ist keine gute Idee. Im Winter blühen die Mini-Eisbären dagegen regelrecht auf. Schneeschuhe, Wintermantel und Mütze gehören also unbedingt zur Ausrüstung. Für Dich, nicht für den Hund.

Welche Pflege braucht der Samojede?

Das dichte Fell des Samojeden gilt wie erwähnt als überwiegend selbstreinigend. Für eine optimale Pflege reicht es deswegen aus, wenn Du den Hund einmal die Woche mit einer geeigneten Bürste bürstest. Nur in Ausnahmefällen solltest Du Deine „Fellwolke“ mit Hundeshampoo baden. Achte hier unbedingt auf schonende Produkte zur Pflege, damit die schützende Fettschicht der Unterwolle nicht zerstört wird. Während des Fellwechsels solltest Du den Hund öfter bürsten und kämmen.

Um die Pflege des Fells zu ergänzen, solltest Du bei den Hunden auf eine gesunde Ernährung achten. Nährstoffe wie Mineralien, Vitamine und Spurenelemente haben nicht nur einen positiven Effekt auf die Gesundheit, sondern sorgen auch für eine schöne, glänzende Haarpracht. Dein Züchter oder Deine Tierarztpraxis kann Dir hier mit Sicherheit viele nützliche Tipps geben. 

Samojede im Schnee
So viel Weiß und so viel Wuscheligkeit! ©Guasor/iStock

Welche typischen Krankheiten hat der Samojede?

Züchter in Deutschland achten in der Regel streng auf die Gesundheit. Sie tun alles dafür, damit ihre Welpen so gesund wie möglich sind. Wie bei den meisten Hunderassen gibt es jedoch auch beim Samojeden leider eine Reihe von erblich bedingten Krankheiten. Dazu gehören unter anderem:

  • Diabetis mellitus
    Tritt besonders bei älteren Samojeden ab sieben Jahren auf.
  • Progressive Retinaatrophie
    Diese Krankheit führt zu einem langsam fortschreitenden Verlust der Sehkraft bis hin zur Erblindung.
  • Erbliche Nierenentzündung
    Betrifft vor allem Rüden im Welpenalter.
  • Hüftgelenksdysplasie
  • Zwergwuchs in Verbindung mit Fehlbildung der Augen
  • Pulmonalstenose
    Führt zu Kurzatmigkeit, Schlaffheit, Herzrhythmusstörungen und einem erhöhten Risiko für Herzversagen.
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Was kostet ein Samojede?

Du hast Dich in den Samojeden verliebt und möchtest ihn jetzt unbedingt in Deine Familie aufnehmen? Dann musst Du tief in die Tasche greifen. Der Samojede gehört zu den teuersten Hunderassen der Welt. Zwischen 2.000 Euro bis zu 11.000 Euro können die Welpen bei einem Züchter kosten. Dabei gilt: Je weißer der Hund, umso teuer wird er.

Falls Dir die Fellfarbe egal ist, kannst Du schauen, ob es bei einem Züchter Welpen mit dunklerem Fell gibt, die dem Zuchtstandard nicht mehr entsprechen.

Oder Du schaust im Tierheim nach. Aber sei schnell, denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand anderes in das fröhliche Lächeln des Samojeden verliebt, ist ausgesprochen hoch! ♥