Warum fressen Hunde Gras? 5 Gründe

Hilfe! Mein Hund frisst Gras! Keine Bange, er hält sich nicht plötzlich für eine Kuh. Das Grasfressen hat Gründe. Das sollten Sie wissen und tun.

hund-frisst-gras
Der Hund frisst Gras und hat dafür auch allerlei gute Gründe. © Fotolia

Es sollte eigentlich eine ganz normale Gassirunde werden, aber plötzlich kommt es zu einem Stopp, denn der Hund frisst Gras.

Viele Hundebesitzer erleben bei einem Spaziergang mit ihrem Hund, dass es dieser sich auf einer Wiese bequem macht und ein eher ungewöhnliches Verhalten zeigt: Er knabbert genüsslich an Grashalmen.

Manchmal ist allerdings auch offensichtlich, dass der Hund Gras frisst, weil es ihm nicht gut geht. Bei vielen Hunden kommt es nach dem Grasfressen schließlich zum Erbrechen.

Lesen Sie dazu auch: Hund erbricht – Anzeichen, Ursachen und Behandlung

Aber warum fressen Hunde Gras? Geht es dem Hund nicht gut? Reicht ihm sein Futter nicht? Hat er einfach Langeweile? Welche Ursachen gibt es für das Verhalten?

Im Folgenden Ratgeber nennen wir Ihnen die vier häufigsten Ursachen für das Grasfressen beim Hund. Wir geben Tipps, wann die Sorge um den Hund berechtigt ist und wann Sie sich keine Gedanken machen müssen, wenn Hunde Gras fressen.

Wichtig ist, den eigenen Vierbeiner genau zu beobachten, um die wirkliche Ursache schließlich identifizieren und – falls nötig – handeln zu können.

gras-fressen-hund
Dieser kleine Hund frisst nicht nur Gras, das saftige Grün scheint auch seine Leibspeise zu sein. © iStock

Grund 1: Probleme mit dem Magen

Magenprobleme werden bei Hundehaltern am häufigsten vermutet, wenn der Vierbeiner plötzlich Gras frisst. Evtl. „hängt das Futter irgendwo quer“. Es kann aber auch eine angeschlagene Gesundheit dahinterstecken.

Tatsächlich gilt das Fressen von Gras als eine Methode, etwas Schädliches oder Unerwünschtes aus dem Körper wieder auszuscheiden. Durch das Fressen der Halme müssen Hunde sich häufig übergeben. Stoffe, die unverdaulich oder giftig für sie sind, werden auf diesem Wege wieder ausgestoßen.

Besonders wenn der treue Vierbeiner sich wie ein Raubtier auf das Grün stürzt und sehr oft das Verlangen danach hat, können Magenschmerzen die Ursache sein. Der Hund frisst dann Gras, um den Magen zu reinigen.

Auch nach der Aufnahme von Fremdkörpern fressen Hunde häufig Gras, denn die Halme wickeln diesen in der Regel ein und erleichtern so die Ausscheidung. Das Grasfressen kann also der Versuch des Hundes sein, seine Gesundheit wiederherzustellen.

Grund 2: Stress

Auch wenn man es annehmen sollte – ein Hundeleben ist nicht immer einfach. Ein Umzug, vielbeschäftigte Menschen, ein Baby oder Kind im Haus, Konflikte mit anderen Hunden, eine Umstellung der Ernährung – auch Hunde können sich körperlich und geistig gestresst fühlen. Viele verändern dann ihr Verhalten, um mit der neuen Situation zurechtzukommen.

Einige Hunde verweigern dann das Hundefutter, andere erbrechen, manch Hund frisst gar nicht mehr. Ist die kleine Hundeseele gerade sehr belastet, ist ebenfalls oft zu beobachten, dass der Hund plötzlich Gras frisst.

Grashalme enthalten unter anderem zuckerähnliche Bestandteile und können eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels bewirken. Vor allem wenn Hunde sich gestresst oder aufgewühlt fühlen, kann das süßliche Gras dem Vierbeiner beim Entspannen helfen.

Der Hund beginnt dann beispielsweise an Grashalmen zu kauen, um sich abzulenken. Zusätzlich zu den zuckerähnlichen Bestandteilen wirkt auch das Kauen selbst beruhigend, da durch die Kieferbewegungen Glückshormone freigesetzt werden können. Darum lieben Hunde beispielsweise auch so sehr das ausgiebige nagen an Knochen.

Sollten Sie bei Ihrem Hund Stress als Ursache für das Grasfressen ausmachen, sollte ein Weg gefunden werden, um ihn auf eine andere Weise zu entspannen. Zu den guten Tipps zählen ausgiebige Kuschelstunden und auch eine Hundemassage. Beides kann Ihrem Hund in dieser Situation oft helfen.

 

Grund 3: Durst

Gras enthält Wasser und kann eine Flüssigkeitsquelle für Hunde darstellen, mit der sie ihren Durst stillen. Viele Hunde ergänzen deshalb vor allem im Hochsommer ihre Ernährung mit dem Fressen von Gras.

Insbesondere Hunde, die ihre Nase kaum vom Boden nehmen und es lieben zu schnüffeln wie etwa der Beagle oder English Foxhound, benötigen mehr Wasser als andere, da es durch die wild schnüffelnde Hundenase zu einer schnellen Austrocknung der Schleimhäute kommt.

Das Fressen von Gras zum Löschen des Durstes sollte für den Hund immer nur eine Notlösung sein. Planen Sie längere Touren oder solche bei höheren Temperaturen, sollten Sie neben etwas zu Trinken für sich selbst auch immer Wasser für den Hund dabei haben. Mit einem faltbaren Napf können Sie es gut auch unterwegs anbieten.

Lewondr Haustier Klappbarer Reisenapf, 2 Pack 450 ML Silikon Fressnapf Tragbare Haustier Trinknapf Wassernapf Hundeschüssel mit...
  • Hochwertiges Material - Die Näpfe bestehen aus hochwertigem Silikon in Lebensmittelqualität. Sie sind geruchlos, umweltfreundlich, sicher und gesund für...

Grund 4: Langeweile

Bei einigen Hunden ist weder eine angeschlagene Gesundheit noch ein Problem mit dem Hundefutter oder Durst die Ursache für das Grasfressen.

Langeweile kann genauso dazu führen, dass Ihr Hund an Grashalmen kaut. Durch das Knabbern der grünen Halme vertreibt er sich die Zeit, in der sonst nichts Spannendes passiert.

Schädlich ist das grundsätzlich nicht. Aber schön für den Hund ist es auch nicht. Sorgen Sie in diesem Fall für eine ausreichende Auslastung und fordern Sie den Hund entsprechend seiner Rasse. Der Labrador freut sich beispielsweise, wenn er etwas apportieren darf, der Jack-Russell-Terrier über Suchspiele und der Border Collie über eine Beschäftigung beim Agility.

Lesen Sie dazu auch: Apportieren lernen – So trainieren Sie es richtig

Grund 5: Mangelhafte Ernährung?

Lange nahm man an, dass Hunde durch das Fressen von Gras im Futter fehlende Nährstoffe ausgleichen wollen. Studien deuten inzwischen daraufhin, dass dies wohl eher eine Fehlannahme ist.

Richtig ist hingegen, dass Gras viele Ballaststoffe enthält. Diese regen beim Hund die Verdauung an. Fehlen diese Ballaststoffe im Hundefutter, holt sich der Hund sie ggf. über die Grashalme.

1_hund-frisst-gras
Frisst Ihr Hund auch Gras? Dann schauen Sie in unseren Artikel, welche Gründe es dafür geben könnte. © iStock

Ist es gefährlich, wenn der Hund Gras frisst?

Grundsätzlich ist es weder schädlich noch gefährlich, wenn der Hund Gras frisst. Es ist allerdings entscheidend, wo der Hund an den Halmen knabbert. Wurde das Gras beispielsweise mit giftigen Pestiziden behandelt, nimmt der Hund die Giftstoffe beim Fressen auf.

Wissen Sie, dass die Halme behandelt wurden, sollten Sie Ihren Hund davon abhalten, an dieser Stelle Gras zu fressen. Hat er bereits viel davon aufgenommen und muss er sich danach mehrfach erbrechen, ist der Gang zum Tierarzt zu empfehlen. Der Fachmann kann das Hundefutter überprüfen und ggf. eine Empfehlung aussprechen. Außerdem kann er Tipps geben, woran der Graskonsum des Hundes liegt.

Sie wollen mehr Tipps für Ihren Liebling?

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Hunde-Newsletter!

Letzte Aktualisierung am 4.05.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API