Die 8 häufigsten Ernährungs-Irrtümer bei Katzen

Viele halten die Ernährung von Katzen für kompliziert. Aber ist sie das wirklich? Wir klären über die 8 häufigsten Irrtümer auf.

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1. Rohes ist ungesund

Dieses Gerücht ist besonders schnell widerlegt, denn schließlich ernähren sich Katzen in freier Wildbahn auch von rohem Fleisch. Von daher ist es völlig in Ordnung, wenn Sie Ihrem Minitiger ebenfalls Ungekochtes anbieten. Dass dies immer absolut frisch sein muss, versteht sich von selbst. Rohes Schweinefleisch sollten Sie jedoch niemals geben, da darüber das Aujeszky-Virus übertragen werden kann, das der Auslöser für die lebensgefährliche Aujeszkysche Krankheit ist. 

2. Katzen regeln die Futteraufteilung unter sich

Darauf sollten Sie sich absolut nicht verlassen. Die Rangordnung in einem Katzenverbund spielt auch beim Fressen eine wesentliche Rolle. Achten Sie daher unbedingt darauf, dass das rangniedrigste Tier auch genug Nahrung erhält. Bringt es nichts, dass Sie bei der Fütterung kontrollierend daneben stehen - etwa, weil die ranghohen Tiere diesen Bereich gegen die anderen Tiere verteidigen - sollten Sie den ranguntersten Tieren separat ihr Futter geben.

3. Alle Katzen sind beim Fressen mäkelig

Es stimmt, dass Katzen beim Fressen in der Regel komplizierter sind als z. B. Hunde. Doch oft ist die Mäkeligkeit auch anerzogen. Wollen Sie Ihrem Tier verschiedene Futtersorten servieren, fangen Sie damit möglichst früh an. Ist das Tier schon von klein auf daran gewöhnt, dass das Menü immer mal wieder wechselt, wird die Katze Ihnen später weniger wahrscheinlich Probleme machen.

4. Die nötige Futtermenge kann man ganz einfach berechnen

Wie viel bei Ihrer Samtpfote täglich im Napf landen sollte, hängt von vielen Faktoren ab. Die Größe ist nur einer davon. Auch das Alter und die Aktivität sowie das Geschlecht (kastriert oder nicht?) entscheiden darüber, wie hoch der Grundbedarf Ihrer Katze ist. Grundsätzlich gilt, dass größere, junge, aktivere und unkastrierte Tiere mehr Futter benötigen als kastrierte Katzen, alte Tiere oder solche, die nur in der Wohnung gehalten werden. Sind Sie unsicher, wie viel Futter Ihr Tier wirklich braucht, fragen Sie Ihren Tierarzt. Er kann Sie auch dazu beraten, ob Ihr Tier ein Spezialfutter (z. B. für Senioren) bekommen sollte.

5. Katzenfutter soll man im Kühlschrank lagern

Gegen die Aufbewahrung im Kühlschrank spricht überhaupt nichts. Bevor Sie Ihrem Fellball jedoch sein Essen servieren, sollten Sie dieses auf Zimmertemperatur erwärmen. Bei zu kaltem Futter kann die Magenschleimhaut gereizt werden, was oft zu Erbrechen führt.

6. Es ist egal, wo der Napf steht.

Niemand isst gern an Orten, an denen es laut ist oder viel Unruhe herrscht. Bei Katzen ist das nicht anders. Stellen Sie den Napf Ihrer Samtpfote daher an einer Stelle auf, wo sie in Ruhe ihr Futter aufnehmen kann. Bedenken Sie jedoch, dass dies nicht in unmittelbarer Nähe zum Klo sein sollte. Denn auch in diesem Punkt sind uns unsere Samtpfoten sehr ähnlich: Auch sie können sich Schönere vorstellen als beim Essen auf ihre Toilette zu schauen. (Lesen Sie dazu auch: Die 9 größten Fehler in Sachen Katzenklo.)

7. Milchprodukte sind absolut tabu

Katzen vertragen Laktose in der Regel nicht. (Lesen Sie dazu auch: Dürfen Katzen Milch trinken?) Ähnlich wie beim Menschen leiden viele Tiere deshalb nach dem Verzehr von Milch unter starken Blähungen und Durchfall. Bei Milchprodukten sind einige Tiere weniger empfindlich. Gegen einen kleinen Löffel Quark, Joghurt oder auch Frischkäse am Tag ist deshalb nichts einzuwenden. Wollen Sie Milchprodukte füttern, probieren Sie mit minimalen Portionen, wie Ihr kleiner Vierbeiner darauf reagiert. Wenn alles gut vertragen wird, steht dem Schlemmen nichts im Wege.

8. Zur Not tut es auch Hundefutter

Haben Sie neben Ihrer Samtpfote auch noch einen Hund im Haus, kann es schon einmal passieren, dass die Futtervorräte von Miezi aufgebraucht sind, während für den Schwänzchenwedler noch reichlich vorhanden ist. Im Katzennapf sollte das Hundefutter dennoch nicht landen. Katzen brauchen für eine gesunde Ernährung zwingend essentielle Aminosäuren wie Taurin, Aminosäuren wie Arginin sowie Fettsäuren, Vitamin A und Niacin. Im Hundefutter ist von diesen Stoffen gar nichts oder nicht genug vorhanden, sodass Ihrer Katze lebenswichtige Inhaltsstoffe fehlen. Bekommt sie dauerhaft zu wenig Taurin kann das sogar zur Erblindung oder auch zu schweren Herzkrankheiten führen. Statt zum Vorratsschrank sollten Sie also unbedingt ins Geschäft gehen und die Katzenfuttervorräte auffüllen.