Allergie: Das Aus für Vierbeiner und Mensch?

Gemeinsam mit einem Tier zu leben, macht glücklicher und ist laut Wissenschaft sogar gesund. Wer jedoch unter einer Allergie leidet, für den sind diese Vorteile nur selten ein Glück. Dennoch kann der Wunsch nach einem tierischen Begleiter so groß werden, dass sich Überlegungen lohnen. Wer eine schwächere Allergie hat, muss nicht zwingend auf Hund oder Katze verzichten. Einige Zusatzmaßnahmen zu ergreifen, ist allerdings wichtig.

Wie Tierhaar-Allergien entstehen

Allergien sind auch in Deutschland keine Seltenheit. Im Jahr 2017 gaben ganze 11,69 Millionen Menschen bei einer Umfrage an, Allergiker zu sein. Die Vielfalt der Allergien ist dabei groß. Von Heuschnupfen über Allergien gegen bestimmte Lebensmittel bis hin zu verschiedensten Kontaktallergien können zahlreiche Faktoren Auslöser für unangenehme Symptome sein. Auch die Tierhaar-Allergie, die im Fachjargon als Inhalationsallergie bezeichnet wird, ist für Betroffene oft ein großes Problem.

 Eine Allergie zeigt sich nicht beim ersten Kontakt.  (Quelle: andrewicus (  CC0-Lizenz  )/ pixabay.com)

Eine Allergie zeigt sich nicht beim ersten Kontakt. (Quelle: andrewicus (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Dass eine Allergie vorliegt, merken Menschen meist erst dann, wenn sie in Kontakt mit dem jeweiligen Allergen kommen. Bei Tierhaar-Allergien gehört nicht das Fell der Tiere zu den eigentlichen Allergenen, denn Betroffene reagieren auf die Eiweiße, die in Speichel, Urin oder Talg enthalten sind. Dass dennoch von Tierhaar-Allergien gesprochen wird, hat einen einfachen Grund: So sind es vor allem die Haare, mit denen sich die Allergene in der gesamten Wohnung verteilen.

Bei der Entstehung einer Allergie gegen Tiere kommt das Immunsystem im ersten Moment mit einem problematischen Allergen in Kontakt, wobei sich hier noch keine Symptome zeigen. Unter der Oberfläche aber beginnt das Immunsystem damit, sich gegen einen erneuten Kontakt mit dem Allergen zu rüsten. In der Zukunft kann es dann zu Symptomen wie

  • einer laufenden oder verstopften Nase,
  • häufigem Niesen,
  • Hautausschlag
  • oder Atemnot

kommen. Wie stark diese Symptome ausgeprägt sind, bestimmt dann über den Schweregrad der Allergie. Die Ursachen für die Entstehung liegen jedoch auch heute noch im Dunkeln. Wie allergieinformationsdienst.de berichtet, vermuten manche Forscher auch Darmerkrankungen als potenziell begünstigend für eine Tierhaar-Allergie.

Bei leichten Allergien kann etwas getan werden

Wer nicht allzu heftig auf die Allergene eines bestimmten Tiers reagiert, muss sich nicht zwingend gegen das Halten eines Haustiers entscheiden. Das ist vor allem für all diejenigen eine gute Nachricht, die bereits ein geliebtes Tier haben und im Laufe der Zeit eine leichte Allergie entwickeln. Die Trennung von Katze oder Hund ist hier das wohl schlimmste Szenario, das auch in der Zukunft noch für Trauer und Wut sorgen kann.

 Im Bett eines Allergikers sollten keine Fellnasen liegen.  (Quelle: jklugiewicz (  CC0-Lizenz  )/ pixabay.com)  

Im Bett eines Allergikers sollten keine Fellnasen liegen. (Quelle: jklugiewicz (CC0-Lizenz)/ pixabay.com) 

Leichte Allergien und Tierhaltung miteinander zu vereinbaren, ist also möglich. Hier müssen die Betroffenen allerdings genau überlegen, wie sie sich am besten vor den Allergenen in der Luft und auf Möbeln und Textilien schützen. Grundsätzlich ist ein regelmäßiges und gründliches Reinigen der gesamten Wohnung das A und O. Hier werden Tierhaare und Staub entfernt, was die Allergenkonzentration in der Raumluft senkt. Es lohnt sich, einen speziellen Staubsauger zu nutzen, der mit einem effizienten Filter ausgestattet ist und die Allergene sicher festhalten kann.

Außerdem sollte das Tier nicht jeden Raum betreten dürfen. Insbesondere das Schlafzimmer eines Allergikers muss zur Tabu-Zone erklärt werden. Ist das nicht der Fall und machen es sich Hund oder Katze regelmäßig im Bett bequem, kann das schlaflose Nächte und eine Verschlimmerung der Symptomatik nach sich ziehen. Denn grundsätzlich verhält es sich mit Tierhaar-Allergien oft so, dass ein häufiger Kontakt mit den Allergenen zu einer langfristigen Verschlechterung führt.

In einer regelmäßig gereinigten Wohnung mit möglichst vielen abwischbaren Flächen lässt sich einiges gegen dieses Szenario tun. Da sich Allergene jedoch nicht nur auf Flächen ablagern, sondern auch in der Raumluft verteilen, kann die Anschaffung eines speziellen Luftreinigers sehr vorteilhaft sein. Laut Raumklimatest.de filtert ein solcher Luftreiniger nicht nur Hausstaub und Bakterien aus der Luft, sondern auch Tierhaare und somit die Allergene.

Der Umgang mit dem eigenen Tier sollte außerdem von einigen wichtigen Grundregeln geprägt sein. Es ist für Allergiker wichtig, nicht zu eng mit ihrem Vierbeiner zu schmusen. Auch wenn Katzen es sich gerne auf dem Menschen bequem machen, ist es besser, auf solche Schmusestunden zu verzichten. Nach dem Streicheln sorgt gründliches Händewaschen dafür, dass Allergene nicht an den Händen haften bleiben. Für die Fellpflege sollte im besten Fall ein Familienmitglied verantwortlich sein, das nicht unter einer Allergie leidet.

Starke Allergiker müssen sich entscheiden

All diese Tipps gelten jedoch nur, wenn sich die Allergie nicht allzu heftig zeigt. Wer in der Nähe eines Tieres kaum mehr atmen kann und stark in seinem Wohlbefinden eingeschränkt ist, muss sich nicht selten vom Haustierwunsch verabschieden. Auch die Trennung vom eigenen Tier kann bei einer plötzlich auftretenden, starken Allergie ein mögliches Szenario sein.

Starke Allergiker, die trotzdem nicht auf das Glück der Tierhaltung verzichten möchten, sollten einen Termin bei einem fachkundigen Allergologen vereinbaren und sich eingehend untersuchen lassen. Hier wird im Rahmen eines Allergietests überprüft, welche Allergene konkret problematisch sind und welche schwächere oder gar keine Symptome hervorrufen. Auch über die Option einer Desensibilisierung kann hier gesprochen werden.

 Die haarlose Sphynx kann auch Allergikern Freude bereiten.  (Quelle: ronymichaud (  CC0-Lizenz  )/ pixabay.com)  

Die haarlose Sphynx kann auch Allergikern Freude bereiten. (Quelle: ronymichaud (CC0-Lizenz)/ pixabay.com) 

Zu den möglichen Auswegen für starke Allergiker kann auch die Entscheidung für eine möglichst allergenfreie Katzen- oder Hunderasse gehören. Bei Katzen sind beispielsweise

  • Cornish Rex
  • Sphynx
  • oder Bengal

für eine geringere Allergenproduktion bekannt. Wer über die Anschaffung eines Hundes nachdenkt, könnte mit Rassen wie

  • Pudel
  • Havaneser
  • oder Yorkshire-Terrier

nachdenken. Vor der finalen Entscheidung kann es hilfreich sein, erneut einen Allergologen um Rat zu fragen und eventuell sogar Haare des jeweiligen Tiers mitzubringen. In einem Test kann dann herausgefunden werden, ob sich im konkreten Fall starke Allergie-Symptome zeigen.

Immer sinnvoll ist es, vor der Anschaffung eines Tieres gründliche Praxis-Tests durchzuführen. Das funktioniert sowohl mit Tierheimtieren als auch mit Welpen oder Kitten vom Züchter. Häufige Besuche und der direkte Kontakt mit dem jeweiligen Tier zeigen schnell, ob eine Allergie zum Problem werden könnte.