Australian Shepherd: Charakter, Haltung, Pflege

Australian Shepherd

Der Australian Shepherd ist ein traumhaft schöner Hund. Da könnte man fast darüber hinwegsehen, dass sein Name eine glatte Lüge ist. Hier gibt’s alle Infos……

Australian Shepherd
Der Australian Shepherd trägt seinen Namen zu Unrecht, dennoch ist er einer der beliebtesten Hunde der letzten Jahre. © iStock

Den Australian Shepherd machen vor allem drei Dinge aus: ein intelligentes Gesicht gepaart mit niedlichen Kippöhrchen und eine schier unendliche Ausdauer. Diese drei Dinge machen den Australian Shepherd zu einem der beliebtesten Hunde der letzten Jahre – ganz gleich, ob als Familienhund oder für den Hundesport.

Dabei wird der „Aussie“, wie er von seinen Liebhabern gern genannt wird, seinem Namen nur zum Teil gerecht. Er ist zwar ein erstklassiger Shepherd, also ein Hütehund. Die Rasse selbst kommt jedoch nicht aus Australien – oder zumindest nur mit einem sehr lange zurückliegenden Umweg.

Bekannt, beliebt und verbreitet wurde die Rasse dagegen vor allem durch Cowboys in den USA. In Deutschland sorgten ebenfalls Westernreiter dafür, dass der Aussie seit den 1990er-Jahren auch hierzulande immer häufiger anzutreffen ist. Über die Westernszene hinaus hat er dann schnell eine Karriere als Familienhund gestartet.

Bei vielen Hundesport-Wettbewerben oder im Trickdogging ist der Australian Shepherd nahezu ungeschlagen mit seiner akkuraten Beobachtungsgabe und den schnellen Reflexen. Zusammen mit dem unbedingten Lernwillen und der Lust am Arbeiten ist er der perfekte Begleiter für aktive Hundeliebhaber.

Wie groß ist ein Australian Shepherd?

Seinem offiziellen Standard gemäß sollten Rüden zwischen 51 cm und 58 cm groß sein. Hündinnen sind mit 46 cm bis 53 cm von etwas geringerer Größe.

Wie schwer ist ein Australian Shepherd?

Australian Shepherds sind mittelschwer. Rüden wiegen in der Regel zwischen 25 kg und 32 kg, bei Hündinnen sind es zwischen 16 kg und 25 kg.

Wie sieht ein Australian Shepherd aus?

Ein Aussie ist ein Hund mittlerer Größe mit mittellangem Fell. Es besteht aus längerem und glattem bis leicht gewelltem Deckhaar sowie einer dichten Unterwolle. Die Rute ist befedert, wobei es immer wieder Welpen gibt, die mit einer natürlichen Stummelrute geboren werden.

Vier Grundfarben gibt der Standard vor:

  1. Schwarz
  2. Rot
  3. Blue Merle (Grundfarbe ist grau mit schwarzer Marmorierung)
  4. Red Merle (Grundfarbe ist hellrot/beige mit brauner oder roter Marmorierung)

Jede dieser vier Grundfarben kann bei dem Hund allein vorkommen (ohne Abzeichen), mit weißen Abzeichen, mit kupferfarbenen Abzeichen oder mit weißen und kupferfarbenen Abzeichen zusammen. So ergeben sich insgesamt vier mal vier mögliche Farbvarianten.

Bei Merle-Hunden können aufgrund der genetischen Pigmentstörung auch die Augen aufgehellt sein.

Wie alt wird ein Australian Shepherd?

Für einen Hund mittlerer Größe hat der Aussie bei entsprechender Pflege und guter Gesundheit mit 13 bis 15 Jahren eine recht hohe Lebenserwartung.

Welchen Charakter bzw. Wesen hat der Australian Shepherd?

Zwei Eigenschaften charakterisieren den passionierten Workaholic wohl am besten: intelligent und ausdauernd. Hat der Aussie einen Job, arbeitet er über längere Zeit konzentriert an seinem Ziel.

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Seinem Besitzer ist der Australian Shepherd treu ergeben, er geht für ihn oder sie durchs Feuer. Bei Fremden ist er dagegen anfangs etwas reserviert. Das hängt mit der guten Portion Schutztrieb zusammen, für den er – neben seinen Aufgaben als Hütehund – ursprünglich gezüchtet wurde.

Als eigenständiger Denker benötigt der Aussie eine sinnvolle Aufgabe. Diese erledigt er gewissenhaft, ja fast mit einer beamtischen Mentalität.

Als ausgeprägter Hütehund hat er eine fantastische Beobachtungsgabe, daher entscheidet er auch schon einmal selbst, was zu tun ist. Das ist besonders wegen des Schutztriebs nicht immer im Sinne des Menschen. Allerdings ist ein Aussie äußerst lernbegeistert und daher relativ unkompliziert in der Erziehung.

Der Australian Shepherd
Der Australian Shepherd ist sehr intelligent, hat viel Ausdauer und ist relativ unkompliziert in der Erziehung. © iStock

Woher kommt der Australian Shepherd?

Entgegen seines Namens stammt die Rasse Australian Shepherd nicht aus Australien, sondern aus den USA. Trotzdem gehen die Wurzeln des Aussies zurück auf den fünften Kontinent. Denn es waren baskische Schafhirten, welche den Vorfahren des Australian Shepherds erst von Europa nach Australien brachten. Als sie um 1800 dann von Australien nach Kalifornien weiterzogen, nahmen sie ihre Hunde mit.

Die US-Farmer gingen davon aus, dass die Hunde aus Australien kamen und so bekam die Rasse ihren Namen. Auf den weitläufigen Farmen wurden die Hunde sehr erfolgreich zum Hüten eingesetzt. Und so wurde die Rasse mehr und mehr auf diese Eigenschaft gezüchtet und verfeinert.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg machte sich der Aussie einen Namen in Westernreiterkreisen. Über Rodeoshows der 1960er-Jahre schaffte die Rasse den Sprung vom reinen Arbeitstier zum Familienhund. Denn viele der Zuschauer waren von der Intelligenz, dem Arbeitswillen und der Schönheit der Australian Shepherds begeistert und wollten ebenfalls einen solchen Hund besitzen.

Australian Shepherd: Die richtige Haltung und Erziehung

Als klassischer Arbeitshund ist der Australian Shepherd am besten in den Händen aktiver Menschen aufgehoben. Er ist kein Hund, der nur mit Spaziergängen, Joggen oder Fahrradfahren zufrieden ist. Er benötigt eine Aufgabe und eine gute Erziehung.

Aber keine Angst: Sie müssen sich nicht gleich eine Schafherde zum Hüten zulegen. Aussies sind zum Beispiel für fast jede Art von Hundesport wie Agility zu haben. Bekommen sie „echte Jobs“, wie den eines Blinden- oder Assistenzhunds, ist das natürlich perfekt. Auch in der Rettungshundearbeit sind viele Aussies zu finden. Mit einer entsprechenden körperlichen wie mentalen Auslastung sind sie sehr angenehme Familienhunde.

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Australian Shepherds sind durch ihren Charakter sehr gut trainier- und erziehbar, denn sie lernen schnell und gern. Allerdings sollten Sie auf ausreichende Pausen achten. Sonst kann aus dem lernwilligen und ausgeglichenen Partner ein hektischer Hund in ständiger Erwartung von Dauer-Action werden.

Welche Pflege braucht der Australian Shepherd?

Das mittellange, seidige Fell springt bei Australian Shepherds als Erstes ins Auge. Trotzdem zählt der Aussie nicht zu den besonders pflegeintensiven Hunderassen. Es genügt die normale, regelmäßige Pflege des Fells mit einer Bürste oder einem Striegel.

Die – je nach Aufmerksamkeit – nach vorne oder hinten geflippten Ohren sollten Sie ebenfalls regelmäßig auf mögliche Entzündungen untersuchen. So leisten Sie einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit des Hundes.

Im Auge behalten sollten Sie darüber hinaus die Wolfskralle an den Hinterläufen. Sie nutzt sich nicht ab und muss daher regelmäßig gekürzt werden.

Welche typischen Krankheiten hat der Australian Shepherd?

Der Australian Shepherd ist bei guter Pflege eine Hunderasse mit recht guter Gesundheit. Einige genetisch vererbbare Krankheiten können jedoch vorkommen. In seriösen Zuchtvereinen müssen Züchter die Elterntiere daher vor der Zulassung zur Zucht untersuchen lassen, damit die Krankheiten nicht an die Welpen vererbt werden.

Darunter fallen Hüftdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie (ED) und Katarakt. Zugenommen haben in den letzten Jahren in der Zucht Allergien, Schilddrüsen- und Herzprobleme sowie Autoimmunerkrankungen. Ein Großteil dessen ist auf den Boom der Rasse und die damit einhergehende teilweise unkontrollierte Produktion von Welpen durch unseriöse Züchter zurückzuführen.

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Wichtig für jeden Besitzer ist der sogenannte MDR-Status. Dabei handelt es sich um einen Gendefekt, der beim Welpen bzw. später auch beim ausgewachsenen Hund eine Unverträglichkeit gegenüber manchen Arzneimitteln zur Folge hat. Dieser Defekt kann übrigens nicht nur bei Welpen, sondern auch bei Menschen auftreten. Auch können Hunde mit dem Gendefekt anfälliger für chronisch entzündliche Darmerkrankungen sein. Ein Australian Shepherd mit MDR1-Defekt wird beim Tierarzt daher als Risikopatient eingestuft.

Eine solche Genmutation tritt ebenfalls auf beim Belgischen Schäferhund, Deutschen Schäferhund, Langhaar- und Kurzhaar-Collie, Bobtail, sowie Barsoi und Kelpie.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach den bunten Farbschlägen, kommt es immer wieder vor, dass unseriöse Züchter zwei Hunde mit Merle-Faktor verpaaren. Das fällt in Deutschland jedoch unter Qualzucht.

Denn so schön das gescheckte Fell der Hunde ist: Es ist die Folge einer Genmutation, die die Pigmentbildung stört und gravierende Krankheiten bei den Welpen mit sich bringen kann. Die Folgen sind mögliche Gleichgewichtsstörungen, Hörstörungen bis zu Taubheit, Herzkrankheiten oder Augenprobleme bis hin zur Blindheit. Verzichten Sie unbedingt auf den Kauf eines Welpen aus einer solchen Zucht.

Was kostet ein Australian Shepherd?

Für die Anschaffung eines Australian-Shepherd-Welpen müssen Sie nach Angaben des Clubs für Australian Shepherd Deutschland je nach Züchter mit einem Preis zwischen 1.400 und 1.800 Euro rechnen. Damit gehört der Australian Shepherd zu den eher teuren Hunderassen.

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