Bordeauxdogge: Charakter, Pflege und Haltung

Die Bordeauxdogge ist eine französische Schönheit und eine der ältesten Hunderassen Frankreichs. Wir stellen Dir die Extraportion Hund vor.

Bordeauxdogge
Obacht, da kommen rund 60 kg angewalzt! ©Bigandt_Photography/iStock

Très magnifique: Die Bordeauxdogge mit dem eleganten Namen und dem beachtlichen Aussehen ist definitiv kein Hund zum Übersehen.

Die Rasse aus Frankreich bringt so einiges auf die Waage und klein ist sie auch nicht. Der Hund wirkt mit den tief hängenden Lefzen auf den ersten Blick etwas zerknautscht und trübselig – doch der Eindruck täuscht! Die Bordeauxdogge gilt als sanftmütig, gelassen und fröhlich.

Doch ist die französische Dogge auch als Familienhund geeignet? Wie es um ihren Charakter, die Gesundheit, Erziehung und Pflege steht, erfährst Du in unserem Rasseporträt.

Wie sieht eine Bordeauxdogge aus?

Die Bordeauxdogge gehört zur Familie der Molosser, zu der auch der English Mastiff oder die Deutsche Dogge gehören. Der Körper der Dogge ist breit und muskulös und zeugt von viel Kraft.

Besonders auffällig ist das kantige Gesicht der Hunde. Der Fang ist wie bei der Dogge typisch eher kurz und hat viele Falten. Die Lefzen sind groß und locker. Auch an der Stirn befinden sich tiefe Falten, die den Doggen oft eine trübselige Mimik verpassen.

Das Fell der Hunde ist kurz und glatt. Nach dem Standard der FCI darf das Fell der Doggen einfarbig in allen Abstufungen der Falbfarbe (ein rotbrauner Farbton) auftreten. Einige Hunde haben außerdem auch eine schwarze oder braune Maske, die ebenfalls zulässig ist. Das Fell ist sehr weich und haart durchschnittlich.

Rennende Bordeaux-Dogge
Wir haben „Obacht“ gesagt! 😉 ©Bigandt_Photography/iStock

Wie groß ist eine Bordeauxdogge?

Die Bordeauxdogge schafft es zwar nicht unter die größten Hunderassen der Welt, aber ihre Größe ist dennoch beeindruckend. Hündinnen erreichen durchschnittlich eine Widerristhöhe von 58 bis 66 cm. Männliche Bordeauxdoggen werden 60 bis 68 cm groß.

Wie schwer ist eine Bordeauxdogge?

Auch an einem Platz auf der Liste der schwersten Hunderassen der Welt schrammt die Dogge aus Bordeaux haarscharf vorbei. Federleichte Engel sind die Doggen trotzdem nicht: Hündinnen bringen durchschnittlich 45 bis 57 kg auf die Waage, während Rüden gut 50 bis 68 kg schwer werden können.

Wie alt wird eine Bordeauxdogge?

Auch wenn Züchter heute viel Wert auf Gesundheit und Robustheit legen, wird die Bordeauxdogge von einer Reihe von erblich bedingten Krankheiten geplagt. Diese Krankheiten wirken sich natürlich auch auf die Lebenserwartung aus. Durchschnittlich wird die französische Dogge gerade mal zwischen sechs und acht Jahre alt. Einige wenige Bordeauxdoggen werden aber auch älter als zehn Jahre. So erreichte die Hollywood-Bordeauxdogge aus dem Film „Scott und Huutsch“ sagenhafte 14 Jahre.

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Welchen Charakter bzw. welches Wesen hat die Bordeauxdogge?

Typisch für viele andere Vertreter aus der Familie der Molosser, bringt eine Bordeauxdogge nichts so schnell aus der Ruhe. Wohl wissend über ihre Größe, Kraft und Stärke tappt die Dogge gelassen und ruhig durchs Leben. Die Reizschwelle ist sehr hoch und Charakterzüge wie Aggression oder Überschwang sind dem Hund eher fremd.

Die Hunde haben generell eine sehr enge Bindung an ihre Menschen. Sie gelten als anhänglich, verschmust und verspielt. Besonders im Umgang mit Kindern legt der sanftmütige Hund eine unermessliche Geduld und Nachsicht an den Tag.

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Die „Dogue de Bordeaux“, wie sie in ihrem Heimatland genannt wird, gilt als intelligent. Die Hunde besitzen jedoch auch einen Dickschädel. Mit diesem denken sie gern dreimal darüber nach, ob dieser oder jener Befehl überhaupt Sinn ergibt oder vielleicht doch ignoriert werden kann.

Trotz ihrer Sanftmütigkeit und ihres gelassenen Charakters darf die Bordeauxdogge nicht unterschätzt werden. Wähnen die Hunde ihre Familie oder ihr Haus und Hof in unmittelbarer Gefahr, können sie ganz schön unangenehm werden. Bei guter Sozialisierung sind sie jedoch stets kontrolliert und warnend, nie aggressiv.

Fremden Menschen und Tieren wie beispielsweise Katzen begegnet der Hund meistens freundlich, reserviert oder auch gleichgültig. Einige Hunde beobachten fremde Gestalten erst mal ausgiebig. Erscheinen sie schließlich vertrauenswürdig (oder haben eine Hand voller Leckerlis), taut die Bordeauxdogge anschließend rasch auf.

Bei der Bordeauxdogge ist der Sabber inklusive
Den Sabber gibt es bei der Bordeauxdogge gratis dazu. ©primipil/iStock

Die Geschichte der Bordeauxdogge

Die Bordeauxdogge ist nicht nur schwer, sondern auch steinalt. Bis ins 14. Jahrhundert zurück soll die Rasse verfolgbar sein. Sie gehört damit zu den ältesten Hunderassen Frankreichs. Die massigen Hunde stammen von den sogenannten „Saupackern“ ab. Dieser Begriff bezeichnet eine Gruppe von Jagdhunden, die in Europa vor allem auf der Wildschweinjagd eingesetzt worden sind. Von den Saupackern stammen zahlreiche heute bekannte Hunderassen ab.

Das Ausbreitungsgebiet der Bordeauxdogge befand sich anfangs vor allem in Südfrankreich um die Stadt Bordeaux herum, weshalb die Rasse heute auch so heißt. Die Doggen aus Bordeaux galten als geschätzte Jagdhunde bei der Wildschweinjagd und als furchteinflößende Schutzhunde für Metzger und Schlachter. Im Jahr 1863 wurde die Rasse zum ersten Mal auf der französischen Hundeausstellung gezeigt und dadurch schnell in ganz Europa bekannt.

Ähnlich wie bei anderen schweren Hunderassen wie dem English Mastiff wäre die Dogge aus Bordeaux in den beiden Weltkriegen fast ausgestorben, da es an Futter für sie fehlte. Nach dem Zweiten Weltkrieg begannen Züchter, die Rasse wieder aufzupäppeln. 1954 wurde die Bordeauxdogge schließlich von der FCI offiziell anerkannt.

Bordeauxdogge: Die richtige Haltung und Erziehung

Dem gelassenen, gutmütigen und freundlichen Charakter der französischen Dogge stehen ihr Dickschädel und ihre schiere Stärke und Größe entgegen. Die Erziehung der Hunde sollte daher bereits im Welpenalter liebevoll, aber konsequent erfolgen. Gleiches gilt für die Sozialisierung. Dem Hund sollte in der Erziehung so früh wie möglich beigebracht werden, dass er im Haushalt nicht das Sagen hat. Vielmehr nimmt er in der „Rangordnung“ die niedrigste Position ein.

Trotz ihrer Engelsgeduld, ihrer Sanftmut und Freundlichkeit ist die Dogge aus Bordeaux eher bedingt als Familienhund und auch nicht als Anfängerhund geeignet. Die Erziehung und Haltung erfordert einiges an Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Kinder im Haushalt sollten auf jeden Fall schon etwas älter sein. Der Hund liebt Kinder zwar über alles, er kann jedoch seine Kraft und Größe manchmal nur schwer einschätzen. Dass unbeabsichtigt Unfälle passieren, ist also durchaus möglich.

Der kraftvolle Hund ist nicht für eine Großstadtwohnung geeignet. Auch Treppensteigen tut ihm nicht gut. Er sollte unbedingt einen eingezäunten Garten oder ein Grundstück haben, in dem er ausgiebig herumtoben kann … oder besser gesagt: herumliegen kann. Denn trotz ihrer Stärke gelten Bordeauxdoggen als ziemlich faul. Sind Welpen noch oft ungestüm und stürmisch, dösen ältere Hunde am liebsten pausenlos neben ihrer Familie und schnarchen und sabbern dabei, was das Zeug hält.

Welche Pflege braucht die Bordeauxdogge?

Da die Bordeauxdogge ein kurzes und glattes Fellkleid hat, ist die Pflege des Fells einfach. Den Hund mehrmals die Woche mit einer Bürste oder einem Pflegehandschuh kurz durchzubürsten, reicht vollkommen aus. Achte für eine gute Pflege dabei unbedingt immer auf Parasiten wie Milben, Flöhe und Zecken im Fell.

Wichtig ist auch die Pflege der Hautfalten im Gesicht. Reinige die Falten regelmäßig, damit keine schmerzhaften Entzündungen entstehen können. Da der Hund gern frisst, aber sich nicht so gern bewegt, solltest Du zudem gut darauf aufpassen, dass die französische Schönheit sich nicht überfrisst und etwas moppelig wird.

Ein Bordeauxdoggen-Welpe
Kann man bei dem Blick streng bleiben? Wir geben es zu: Es ist schwer. ♥ ©MRBIG_PHOTOGRAPHY/iStock

Welche typischen Krankheiten hat die Bordeauxdogge?

Leider hat die Bordeauxdogge erblich bedingt mit einer Reihe von Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit zu kämpfen. Besonders häufig haben die Hunde aufgrund ihrer kurzen Schnauze Atemprobleme. Dies kann einige Hunde sehr empfindlich gegenüber Hitze und Bewegung machen. Weitere Krankheiten, die die Bordeauxdogge betreffen können, sind:

  • Hüftdysplasie (betrifft fast jede zweite Bordeauxdogge)
  • Ellenbogendysplasie
  • Retinadysplasie
  • Aortenklappenstenose (Herzklappenerkrankung mit Symptomen wie Schwäche, Ohnmachtsanfällen und Herzstillstand. Tritt überwiegend im jungen Alter auf.)
  • Dilatative Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung, die zum Herzstillstand führt.)
  • Hyperkeratose (Übermäßige Verhornung der Haut, vor allem an den Pfoten.)
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Was kostet eine Bordeauxdogge?

Aufgrund ihrer zahlreichen Erberkrankungen sollten Welpen der Bordeauxdogge ausschließlich von einem eingetragenen Züchter gekauft werden. Dieser achtet in der Regel darauf, dass seine Bordeauxdoggen und die Welpen so wenig gesundheitliche Einschränkungen wie möglich haben oder haben werden. Empfehlenswert sind Züchter, die sich dem Club für Molosser e. V. angeschlossen haben.

Die Preise für einen kleinen Welpen aus Bordeaux beginnen beim Züchter ab 1.500 Euro und reichen etwa bis 2.500 Euro. Alternativ schaust Du einfach mal im Tierheim nach, ob nicht eine ausgewachsene Bordeauxdogge (oder eine andere arme Seele) nach einem neuen Zuhause sucht.

Du hast einen großen Garten und ein großes Herz für sanftmütige Riesen? Dann ist der Hund aus Bordeaux mit dem liebenswerten Gesicht vielleicht genau der Richtige für Dich. ♥


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