Mastiff: der Hund, der auch mit Löwen kämpft

Der English Mastiff ist riesig, massig und hat ein Herz aus Gold! Erfahre hier alles über den kolossal großen Hund mit der sanften Seele.

Mastiff: Groß und einfach nur lieb
Warum müssen wir bei diesem Bild an unseren Ratgeber zum Thema „Mundgeruch beim Hund“ denken? ©ericv/iStock

Ein Schoßhündchen ist er schon mal nicht, auch wenn er sich am liebsten in jeden Schoß legen würde. Der English Mastiff beeindruckt Hunde wie Menschen mit seiner schieren Größe und seinem muskulösen und massigen Körper.

Unwissende Menschen wechseln bei seinem Anblick schon einmal die Straßenseite. Selbst der vorlaute Chihuahua überlegt sich zweimal, ob er den riesigen Hund frech anbellt.

Dabei ist der Mastiff der reinste Engel in Hundeform. Ruhe, Gelassenheit und Ausgeglichenheit sind nur einige seiner Charaktereigenschaften. Lerne den sanften Riesen in unserem Rasseporträt besser kennen und erfahre alle wichtigen Informationen über Aussehen, Erziehung, Gesundheit, Pflege und Charakter.

Was ist ein Mastiff?

In der Vergangenheit war „Mastiff“ ein Sammelbegriff für große, massige Hunde. Daher tragen viele andere Hunderassen ebenfalls die Bezeichnung Mastiff in ihrem Rassenamen, obwohl es sich um unterschiedliche Hunderassen handelt. Mit Mastiff ist in diesem Artikel ausschließlich der English Mastiff gemeint.

Wie sieht ein Mastiff aus?

Ohne Frage: Der English Mastiff sieht einfach beeindruckend aus. Seine Größe und sein muskulöser Körperbau machen den Hund schon von Weitem sichtbar. Das wichtigste Kennzeichen ist dabei sein massiger, wohlproportionierter Körper.

Der Mastiff hat einen breiten Schädel mit faltiger Stirn. Charakteristisch für die Hunderasse ist ihr faltiges Gesicht mit einer eher quadratischen Form. Vor allem bei Welpen sorgt das für einen sehr süßen, „besorgten“ Gesichtsausdruck.

Im Gesicht ist das Fell gewöhnlich dunkel eingefärbt. Das ist die sogenannte schwarze Maske. Die Lefzen hängen leicht hinab.

Das Fell der Hunde ist sehr kurz und soll den muskulösen Körper gut zur Geltung bringen. Zugelassene Fellvarianten sind

  • apricot
  • sandfarben oder
  • gestromt.

Neben der schwarzen Maske sind auch noch am Hals, an den Ohren und an der Rute dunkle Einfärbungen erlaubt. Am restlichen Körper jedoch nicht.

English Mastiff
Ein English Mastiff mit seinem „Konzentrationsblick“. Vermutlich fragt er sich, wen er als Nächstes liebhaben darf. ©DevidDO/iStock

Wie groß ist ein Mastiff?

Eines der wichtigsten Merkmale beim Mastiff ist natürlich seine Größe. Die durchschnittliche Widerristhöhe bei Rüden beträgt zwischen 81 und 91 cm und bei Hündinnen zwischen 71 und 86 cm. Der Mastiff gehört damit zu den größten Hunderassen der Welt.

Wie schwer ist ein Mastiff?

Als wäre seine Größe nicht schon genug, gehört der Mastiff gleichzeitig auch zu den schwersten Hunderassen der Welt. Rüden bringen durchschnittlich zwischen 73 und 91 kg auf die Waage, Hündinnen zwischen 64 und 82 kg. Und das ist natürlich nur der Durchschnitt!

Ein Mastiff mit über 100 kg Gewicht ist keine Seltenheit. Besonders zu nennen ist hier der Mastiff-Rüde Zorba. Der Hund wurde 1989 ins Guinness Buch der Rekorde aufgenommen – als schwerster Hund der Welt mit einem Gewicht von 155,6 kg. Ob Zorba gerne auf dem Schoß von Herrchen und Frauchen lag, ist nicht überliefert.

Wie alt wird ein Mastiff?

Ähnlich wie die meisten anderen großen (und schweren) Hunderassen beträgt auch beim English Mastiff die durchschnittliche Lebenserwartung bei guter Gesundheit um die 7 Jahre. Durch gute Pflege und Haltung und ein waches Auge auf eben die Gesundheit erreichen viele Hunde aber auch oft ein Alter von mehr als zehn Jahren.

Welchen Charakter bzw. welches Wesen hat der Mastiff?

Äußerlich ist er fast schon ein „Monster“, innerlich aber ein wahrer Teddybär. Das Wesen des Mastiffs ist geprägt von Sanftmütigkeit, Ruhe und Freundlichkeit. Der Hund gilt – zumindest ab dem Erwachsenenalter – als ruhig und gelassen.

Den kleinen und großen Herausforderungen des Lebens tritt der Mastiff fast schon wie ein Mönch entgegen. Aus der Ruhe bringt ihn praktisch nichts. Seiner Familie gegenüber ist er sehr verschmust und zutraulich. Fremde Menschen (oder neue, unbekannte Situationen) beobachtet er wachsam, aber abwartend. Besonders typisch und liebenswert ist hier das konzentrierte, in Falten gelegte Gesicht der Hunderasse.

Dank seiner sehr hohen Reizschwelle gilt der Mastiff als so gut wie nicht aggressiv. Selbst Situationen, die andere Hunde schon in Raserei versetzen könnten, beobachtet der sanfte Riese nur mit einem wachsamen und einem gleichgültigen Auge.

Droht seiner Familie einmal tatsächlich Gefahr, können jedoch bei den großen Hunden die Beschützerinstinkte hervortreten. Echte Aggression ist jedoch auch hier selten. Vielmehr versucht der Hund mit Bellen und seiner kolossalen Präsenz, die Bedrohung zu verscheuchen. Mit Erfolg! Denn welcher Einbrecher steht schon gern einem knurrenden 100-Kilogramm-Berg gegenüber?

Ein Mastiff auf der Wiese
Alles am Mastiff muss man lieben … nur den Sabber … den vielleicht nicht. ©Byrdyak/iStock

Die Geschichte des Mastiffs

Der Mastiff sieht nicht nur beeindruckend aus, seine Geschichte ist es ebenso. Die Rasse gehört zu den ältesten Hunderassen der Welt. Erste schriftliche Belege über den Mastiff gibt es seit dem 14. Jahrhundert aus England. Doch bereits die Römer haben Hunde beschrieben, die eine starke Ähnlichkeit zum Mastiff aufweisen.

Gesichert ist, dass die mächtigen Hunde ab dem Spätmittelalter als Jagd-, Kriegs- und Wachhunde eingesetzt wurden. Ihre Größe und Stärke sowie ihr Mut machten sie zu idealen Gefährten in gefährlichen Situationen. Mastiffs im Rudel konnten es sogar mit ausgewachsenen Bären und Wildschweinen aufnehmen!

Dieser Umstand führte leider dazu, dass die sanften Riesen spätestens ab dem 16. Jahrhundert vor allem als Kampfhunde eingesetzt wurden. Besonders in England war der Hundekampf eine beliebte „Freizeitbeschäftigung“. Es wurden Arenen extra für diese Kämpfe errichtet, in denen unter anderem Mastiffs gegen Wildschweine, Bären und sogar Löwen kämpfen mussten. Erst 1835 verbot das britische Parlament dieses grausame Spektakel. Die großen Hunde wurden seitdem für die Jagd und als Wach- und Schutzhunde großer Anwesen geschätzt.

Fast wäre der Mastiff ausgestorben

Während der zwei Weltkriege wäre der English Mastiff beinahe ausgestorben. Denn wer so groß und schwer ist, benötigt auch dementsprechend viel Futter. Wegen Nahrungsknappheit und begrenzter Rationen konnten viele Hunde schlicht nicht mehr durchgefüttert werden. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges gab es in Nordamerika nur noch 14 Mastiffs und in England, dem einstigen Mutterland der Rasse, sogar nur eine einzige ausgewachsene Hündin.

Durch starke Zuchtbemühungen und den Import von überlebenden Mastiffs aus Kanada nach England gelang es Züchtern, die Rasse wieder zu stabilisieren. Heute sollen alle lebenden (reinrassigen) Mastiffs Nachkommen dieser 15 überlebenden Hunde sein.

Aufgrund seines Aussehens und seines Wesens zählt die Rasse übrigens zu den Wegbereitern zahlreicher anderer Hunderassen. So gelten Mastiffs beispielsweise als Vorfahren der Deutschen Dogge oder des Boxers.

Der Mastiff ist ein wirklich großer Hund
Den bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Nicht mal ein Löwe oder Bär. ©TomFoldes/iStock
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Mastiff: Die richtige Haltung und Erziehung

Erziehung

Das sanftmütige und liebevolle Wesen des Mastiffs macht seine Erziehung relativ einfach. Die Hunde gelten als intelligent und umgänglich. Sie lieben den engen Kontakt zu ihrer Familie. Mit einer liebevollen Hand in der Erziehung blüht der Hund so richtig auf.

Gleichzeitig benötigt der Mastiff aber auch viel Konsequenz und Klarsicht in der Erziehung. Die Hunde gelten als stur und eigensinnig, was ihnen einen Platz bei den dümmsten Hunden der Welt eingebracht hat. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Hund dumm ist, sondern einfach nur, dass er sich dreimal überlegt, ob jeder Deiner Befehle auch wirklich Sinn ergibt. Im Grunde ist er also sogar richtig schlau.

Haltung

Wegen seiner Größe und seines Gewichts versteht sich wohl von selbst, dass der Mastiff auch eine große Wohnung oder ein Haus mit Garten und großem Grundstück benötigt. Treppensteigen tut dem mächtigen Hundekoloss überhaupt nicht gut. Eine Etagenwohnung ohne Aufzug kommt für ihn also nicht infrage. Seine Gesundheit würde eher früher als später darunter leiden.

Eine Sportskanone ist der sanfte Riese ebenfalls eher nicht. Viel Bewegung in Form von täglichen, ausgedehnten Spaziergängen dürfen natürlich aber trotzdem nicht fehlen. Zusätzlicher Hundesport oder die Begleitung beim Fahrradfahren oder Joggen sind jedoch nicht wirklich sein Metier. Unbedingt beachten solltest Du, dass Du für den Mastiff wahrscheinlich auch ein neues Auto brauchst. Denn in einen Smart passt der Muskelberg wohl kaum … den würde er wohl eher ziehen.

Welche Pflege braucht der Mastiff?

Die Pflege des Mastiffs ist nicht besonders aufwendig. Sein kurzes Fell solltest Du aber mindestens einmal die Woche ordentlich durchbürsten. Achte für eine gute Pflege unbedingt auf seine Hautfalten im Gesicht. Dort können leicht Entzündungen entstehen. Auch die großen Schlappohren sind anfällig für Parasiten.

Ungemein wichtig für die Pflege des Mastiffs ist eine gute Ernährung, denn die Hunde neigen zu Übergewicht. Damit Dein Hund nicht übertreibt mit den Kilos, solltest Du auf ein gesundes Verhältnis von Ernährung und Bewegung achten. Weil die Rasse anfällig für eine Magendrehung ist, teilst Du die Mahlzeiten für Deinen Hund außerdem am besten in mehrere kleinere Portionen am Tag auf. Auch ein erhöhter Fressnapf kann dem Hund das Fressen erleichtern.

Mastiff Welpen kosten eine ganz schöne Stange Geld
Für einen Welpen musst Du bei der Anschaffung mit ungefähr 1.000 Euro aufwärts rechnen. ©elroyspelbos/iStock

Welche typischen Krankheiten hat der Mastiff?

Erstaunlicherweise gehört der Mastiff trotz seiner Größe und seines Gewichts zu den relativ gesunden Hunderassen. Dies ist vor allem auch den strengen Kontrollen und hohen Standards in der Zucht zu verdanken. Die große Rasse gilt als robust und (Erb-)Krankheiten gibt es nur wenige. Dazu gehören:

Was kostet ein Mastiff?

Der English Mastiff ist besonders in England beliebt. In Deutschland gibt es eher wenige Züchter, die sich auf Welpen dieser Hunderasse spezialisiert haben.

Dementsprechend teuer sind auch die Welpen und die Wartelisten sind oft lang. Mit Preisen ab 1.000 Euro für einen Welpen solltest Du also rechnen. Schaue aber auf jeden Fall auch im Tierheim nach, ob nicht ein kleiner (oder großer) English Mastiff ein neues Zuhause sucht. Das macht die Anschaffung günstiger, Du hilfst einer kleinen Hundeseele und tust etwas gegen das Tierleid.

Du hast einen großen Garten, ein Herz für sanfte Riesen und auch sonst viel Zeit für einen Vierbeiner? Dann ist der Mastiff ein idealer Partner für Dich. ♥