Magyar Vizsla: Charakter, Pflege und Haltung

Der Vizsla hat ein traumhaft schönes Fell und einen wundervollen Charakter. Allerdings geben Züchter den ungarischen Vorstehhund nicht an jeden ab.

Vizsla im Sonnenuntergang
Schön, schöner, Vizsla! Was für ein traumhaft schöner Hund! ♥ ©Tomas Maracek/iStock
• Der Vizsla ist ein bildschöner Vorstehhund.
• Bei der Jagd begeistert er mit Schnelligkeit und Geschick.
• Eine Sache kann er allerdings deutlich schlechter als andere Hunde.

Der Magyar Vizsla hat ein Fell wie die Morgenröte. Oder wie der Sonnenuntergang, je nachdem, was man lieber mag. Der bildhübsche Hund besitzt auf jeden Fall ein wunderschönes Fell, das in der Hundewelt definitiv auffällt.

Und auch sonst ist der Vorstehhund aus Ungarn ein eleganter, vielseitiger und vor allem liebenswerter Hund. Wir stellen Dir hier den Vizsla vor und erzählen mehr über seine Geschichte, Pflege, Gesundheit und Erziehung.

(Übrigens: Wenn Du auch immer überlegen musst, wie man den Viszla, Vizschla, Vischla, Wischler … denn nun eigentlich schreibt, ärgere Dich nicht. Wir mussten auch immer wieder nachsehen und die Buchstaben neu sortieren. Richtig ist allein: Vizsla.)

Wie sieht ein Magyar Vizsla aus?

Der Magyar Vizsla wird von seinen Liebhaber:innen gern als „statuenhaft“ beschrieben. Und da haben sie ziemlich recht, denn der Vizsla ist einfach ein Bild von einem Hund!

Die Rasse ist schlank, sportlich und das ganze Aussehen wirkt elegant. Der Körperbau der Hunde ist harmonisch. Die Vierpfoter haben außerdem große Schlappohren und eine lange und recht schmale Schnauze.

Den Magyar Vizsla gibt es in zwei Standards: den Kurzhaarstandard und den Drahthaarstandard. Drahthaarige Vizslas sind eher selten. Dieser Standard unterscheidet sich tatsächlich nur im Hinblick auf seine Fellstruktur vom Kurzhaarstandard. Charakter und Wesen sind bei beiden Varianten gleich.

Bei Vizslas ist Fell in allen Farbtönen der Farbe „Semmelgelb“ erwünscht. Auch Dunkelgold kommt hin und wieder vor. Wie ein wunderschöner Sonnenuntergang eben.

Ein Vizsla beim Apportieren
Beim Apportieren gibt der Vizsla alles. Er stellt sogar die Schwerkraft aus. ©Tomas Maracek/iStock

Wie groß ist ein Magyar Vizsla?

Der Magyar Vizsla gehört zu den mittelgroßen bis großen Hunderassen. Rüden erreichen eine durchschnittliche Widerristhöhe zwischen 58 cm und 64 cm und Hündinnen zwischen 54 cm und 60 cm.

Wie schwer ist ein Magyar Vizsla?

Die schlanken und sportlichen Hunde wiegen im Vergleich zu anderen mittelgroßen Rassen eher wenig. Rüden können zwischen 20 kg und 30 kg schwer werden, Hündinnen zwischen 18 kg und 25 kg. Damit gehört der ungarische Vorstehhund zu den eher leichten Hunderassen.

Wie alt wird ein Magyar Vizsla?

Der Magyar Vizsla gehört zu den eher robusten Hunderassen. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei den Hunden zwischen 12 und 14 Jahren, wobei einige Tiere bei guter Pflege auch älter werden können.

Welchen Charakter bzw. welches Wesen hat der Magyar Vizsla?

So goldig sein Fell ist, so sonnig ist auch sein Gemüt. Der Magyar Vizsla hat einen sehr freundlichen, verspielten und lebensfrohen Charakter. Die Hunde lieben ihre Familie und gelten als sozial sehr aufgeschlossen – sowohl was Kinder als auch andere Vierbeiner angeht.

Ihre Bindung an ihre Bezugsperson(en) ist sehr eng. Der Vizsla sucht stets die Nähe seiner Menschen und benötigt dementsprechend auch viel Aufmerksamkeit und Zuneigung. So ein ungarischer Begleiter ist also nicht nur wunderschön, sondern auch sehr liebebedürftig.

Als klassischer Vorstehhund ist der Magyar Vizsla ein richtiges Allroundtalent. Die intelligenten Hunde gelten als beliebte Jagdhunde mit vielfältigen Einsatzbereichen. Sie weisen viel Talent als Schweißhund auf und können ebenso gut zum Apportieren und Aufspüren eingesetzt werden.

Erhalten die Hunde die entsprechende artgerechte (und damit hohe) Auslastung und Beschäftigung, können sie auch gut als Familienhunde gehalten werden.

Bei der Jagd oder alternativen Aktivitäten ist der Vizsla fast schon ein richtiger Streber. Zu Hause zeigt er sich oft verspielt und frech. Er liebt Socken, Pantoffeln und alles, was klein und lose ist und geniert sich auch nicht, sich die Schuhe der Gäste zu schnappen.

Die Hunderasse hat einen ausgeprägten Jagd- und Schutztrieb, der bei artgerechter Sozialisierung und Erziehung aber gut in den Griff zu kriegen ist. Lass Dich hierzu im Zweifel beraten oder auch fachlich kompetent begleiten. Der Magyar Vizsla bellt gern, wenn jemand an der Tür klingelt, der Hund gilt jedoch nicht als aggressiv.

Der Vizsla ist ein Vorstehhund
„Pst! Da vorn! Da habe ich Wild entdeckt!“ ©JuliaSha/iStock

Die Geschichte des Magyar Vizslas

Die Geschichte der Hunderasse soll bis ins Mittelalter zurückgehen. Die Vorfahren des heutigen Magyar Vizslas stammen vermutlich aus Asien. Als vierbeinige Begleiter der Nomadenstämme der Magyaren kamen die Hunde schließlich ins heutige Ungarn und in andere europäische Länder.

Ihr wunderschönes, semmelgelbes Fell ergänzte sich dabei hervorragend mit den Farben von trockenen Wiesen, Feldern und Steppen, sodass der Magyar Vizsla ein geschätzter Jagdhund wurde.

Die Vorfahren der Rasse entwickelten sich zu talentierten Vorstehhunden. Als Vorstehhund wird ein Jagdhund bezeichnet, der seinen menschlichen Begleitern mit seiner Körperhaltung – dem Vorstehen – anzeigt, dass er Wild gefunden hat. Typisch sind dabei die erhobene Vorderpfote, die gerade Rute und der starre Blick in die Richtung, in der sich das Wild befindet. So wie eine Kompassnadel starr nach Norden zeigt, zeigt der Vizsla dann in Richtung Wild.

Vorstehhunde wurden spätestens im 19. Jahrhundert immer beliebter. Leider hatte das für den Magyar Vizsla den Nachteil, dass er in Europa von anderen Vorstehhunden wie dem English Pointer oder dem Deutsch Kurzhaar verdrängt wurde. Mehrmals stand die goldige Hunderasse deswegen kurz vor dem Aussterben. Durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges gab es schließlich nur noch wenige überlebende Vertreter. Allein in Ungarn soll es nach dem Krieg nur noch etwa ein Dutzend der Vorstehhunde gegeben haben.

Durch intensive Bemühungen gelang es Züchtern, die Hunderasse zu bewahren und den Bestand zu stabilisieren. Heute gilt der Magyar Vizsla in vielen europäischen Ländern als geschätzter Jagdhund. Und auch als Familienhund wird der goldige Vierbeiner immer beliebter.

Magyar Vizsla: Die richtige Haltung und Erziehung

Die Erziehung des Magyar Vizslas gilt im Großen und Ganzen als eher leicht. Die enge Bindung an seine Menschen, seine Intelligenz und der stark ausgeprägte „Will to Please“ (also der Wunsch, zu gefallen) lassen den Hund neue Tricks und Kommandos rasch erlernen.

Gleichzeitig sind die Hunde sehr sensibel und eher wenig stressresistent. Härte und Aggression haben – wie bei allen anderen Hunderassen auch – in der Haltung nichts zu suchen. Falsche oder aggressive Konsequenz kann das Vertrauensverhältnis zum Hund nachhaltig erschüttern. Dasselbe gilt, wenn es im Haushalt zwischen den Zweibeinern kracht. Geschrei, Gestampfe und Türenknallen machen den Hund nervös und sollten allen zuliebe vermieden werden.

Als Vorstehhund ist der Vizsla sehr sportlich und aktiv und benötigt dementsprechend eine hohe geistige wie körperliche Auslastung. Wird er nicht für die Jagd eingesetzt, braucht er unbedingt angemessene Alternativen. Das können für Vorstehhunde beispielsweise Hundesportarten wie Agility, Fährtenarbeit oder Mantrailing sein. Ausgedehnte Spaziergänge mit viel Spiel und Spaß gehören natürlich auch dazu. Denke daran, dass der Vorstehhund generell sehr aktiv und energiegeladen ist. Das gilt nicht nur für Welpen, sondern geht bis ins hohe Alter hinein.

Da die Rasse sich eng an seine Menschen bindet und anhänglich ist, kann sie nicht gut allein sein. Für viele Vizslas ist bereits ein Zeitraum länger als eine Stunde allein zu viel. Für berufstätige Menschen, die nicht im Homeoffice arbeiten oder für Menschen, die viel auf Reisen sind, ist der Magyar Vizsla nicht geeignet. Aufgrund seiner Sensibilität, Intelligenz und Aktivität gilt der Hund außerdem auch nicht als Anfängerhund.

Ein Vizsla steht im Walde ganz still und stumm
Ein Vizsla steht im Walde, ganz still und stumm … ©Tomas Maracek/iStock

Welche Pflege braucht der Magyar Vizsla?

Die Pflege des Magyar Vizslas ist recht einfach. Bei drahthaarigen Vertretern der Rasse ist es evtl. ab und zu nötig, das Fell zu trimmen. Beide Standards sollten regelmäßig gebürstet und gekämmt werden. Ansonsten gilt das Fell der Hunde als weitgehend selbstreinigend. Schmutz und Schlamm lässt sich meist leicht ausbürsten.

Baden musst Du den Hund nur dann, wenn ihn eine tote Maus eingeladen hat, sich in ihr zu wälzen, der Misthaufen zu verlockend war oder andere Gründe für einen unerträglichen Mief sorgen.

Da die Vorstehhunde ausgesprochene Naturfreunde sind, solltest Du die Haut nach Spaziergängen oder Aktivitäten in Wäldern und Wiesen auf Zecken und andere Parasiten hin untersuchen. Auch die Ohren der Hunde musst Du regelmäßig kontrollieren. Das warm-feuchte Klima unter den Schlappohren ist ein ideales Biotop für Milben.

Welche typischen Krankheiten hat der Magyar Vizsla?

Generell gilt die Hunderasse als robust und gesund. Erbkrankheiten gibt es nur wenige. Zu nennen ist hier vor allem die sogenannte Vizsla Myositis. Das ist eine Schwächung der Beißmuskulatur. Schreitet die Myositis fort, fällt es dem Hund irgendwann schwer zu schlucken und er erbricht häufig.

Außerdem kann die Rasse von diesen Krankheiten betroffen sein:

  • Hüftdysplasien
  • Krebs
  • Epilepsie
  • Sebadenitis (eine Hauterkrankung)
  • Allergien
Vizsla-Welpen bekommt nicht jeder
Die Nase ist fast schon am Ziel, der Rest des Hundes kommt nach. ©Robert Roka/iStock

Was kostet ein Magyar Vizsla?

Der Preis für einen Welpen bei einem seriösen Züchter bewegt sich etwa zwischen 1.500 und 1.800 Euro.

Kannst Du Dir vorstellen, die rotbraunen Schönheiten in Deine Familie aufzunehmen, schaust Du am besten beim Verein Ungarischer Vorstehhunde e. V. vorbei. Dort findest Du neben allgemeinen Informationen auch eine Übersicht über eingetragene Züchter in allen deutschen Bundesländern, die aktuell Welpen haben. Damit Du nicht enttäuscht wirst, ist es noch wichtig zu wissen, dass viele Züchter ihre Welpen ausschließlich an Jäger bzw. für den Einsatz als Jagdhund abgeben.

Der Magyar Vizslas wird in Deutschland zwar langsam immer beliebter, er gehört jedoch immer noch zu den eher seltenen Hunderassen. Trotzdem lohnt es sich, auch im Tierheim nachzuschauen, ob dort nicht ein goldiger Vierbeiner ein neues Zuhause sucht.

Überlege Dir gut, ob Du einem Magyar Vizsla das liebevolle Zuhause bieten kannst, das der Hund verdient. Die Rasse gilt trotz ihrer leichten Erziehung als anspruchsvoll und vor allem anhänglich. Kannst Du dem Goldschopf jedoch viel Zeit, Beschäftigung und vor allem ganz viel Liebe widmen, bekommst Du einen Begleiter fürs Leben, der zusammen mit Dir den nächsten Sonnenuntergang genießt. ♥