Singapura-Katze: Charakter, Haltung, Pflege

Alltäglich war gestern: Die Singapura-Katze ist eine umwerfende Rarität. Die Farbe der Katze ist etwas ganz Besonderes. Doch sie kann noch mehr!

Singapura
Die Färbung der Singapura ist etwas ganz Besonderes! ©Seregraff/iStock

Bühne frei für die Singapura! Die in Malaysia „Liebeskatzen“ genannten Stubentiger machen ihrem Namen alle Ehre: Sie verwöhnen Frauchen und Herrchen mit großer Zuneigung.

Besitzer einer Singapura-Katze können sich auch deshalb glücklich schätzen, weil es nur wenige seriös gezüchtete Kitten auf dem Zuchtmarkt gibt. Eine zu ergattern, ist gar nicht so einfach.

Wer sich mit dem Aussehen und Charakter der Singapura-Katze beschäftigt, merkt schnell: Diese Rasse ist weder körperlich noch vom Charakter her mit anderen Stubentigern vergleichbar. Wie ein im Sturm erobert die Singapura-Katze auf temperamentvolle Weise die Welt: grazil, intelligent und sehr speziell.

Woher kommt die Singapura?

Nicht schwer zu erraten ist die Herkunft der Rasse: Der kleine Stadt- und Inselstaat Singapur befindet sich am südlichen Ende der malaysischen Halbinsel. Von diesem kleinen Gebiet aus soll die Singapura (so die meisten Quellen) die Welt erobert haben.

Doch finden sich nicht in allen Rasseporträts dieselben Fakten bezüglich der Herkunft. Manchmal werden auch die USA als Herkunftsort der ersten Züchtungen angegeben.

USA oder Malaysia?

Dahinter steckt eine interessante Geschichte: Die beiden nach Malaysia ausgewanderten Amerikaner Hal und Tom Meadow entdeckten während einer Reise eine besondere Katzenrasse. Sie war auffällig kleinwüchsig und ihnen komplett unbekannt. Als erklärte Katzenfans nahmen sie ein Kätzchen auf und begannen schon bald mit gezielten Paarungen.

Die daraus hervorgegangenen Nachkommen nahmen sie bei ihrer Heimkehr in die USA in den 70er-Jahren natürlich mit. So gesehen haben beide Quellen auf ihre Weise recht: Sowohl jene, die Singapur als Heimat der Singapura-Katze angeben, als auch jene, für die nur die USA infrage kommen.

Ein interessantes Detail am Rande ist dieses: Katzen auf der malaysischen Halbinsel sind für ihre geringe Größe bekannt. So können sie in ihren Revieren im Abflusssystem von Städten leben. Aus diesem Grund werden die Katzen dort manchmal auch mit dem nicht gerade liebevollen Namen „Drain Cats“, also „Abflusskatzen“ bedacht.

Rarer Vierbeiner mit vielen Fans

Junge Rassen wie die Singapura-Katze teilen sich oft einen recht kleinen Genpool. Die Anzahl der Tiere ist gering und oft örtlich begrenzt. Durch die Besonderheit entsteht gleichzeitig aber oft rasch eine große Fangemeinde. Diese bemüht sich begeistert um ein schnelles Bekanntwerden und eine weitere Verbreitung der Rasse.  

Heute ist die Singapura weltweit verbreitet und auch als Rassekatze anerkannt. In Europa geschah die Einführung der Rasse in den 80er-Jahren über das Vereinigte Königreich. Erstaunlicherweise wurde sie erst 2014 von der FIFe (Dachverband europäischer Katzenzuchtvereine) anerkannt. Genetisch weist die Singapura teilweise Übereinstimmungen mit Abessinier, Siam und Burma-Katze auf.

Singapura-Katze
Große Augen, riesengroße Augen, großes Herz! Wir sind Fan der Singapura! ©Seregraff/iStock

Wie sieht die Singapura aus?

Findest Du alte Fotografien mit weichen Sepia-Tönen toll? So wird auch die Singapura-Katze in ihrer vollen Schönheit auf Dich wirken, wenn Du ihr zum ersten Mal begegnest. Diese Katze hat wahrlich eine einzigartige Färbung unter den Katzenrassen.

Der Körper

In erster Linie ist die Rasse für ihre geringe Größe bekannt – sie zählt zu den kleinsten Katzenrassen der Welt. Doch der erste Eindruck täuscht. Die Katzen machen ihre geringe Größe durch einen athletischen Körperbau und gut ausgebildete Muskeln wett. Singapura-Katzen gelten als kleine Kraftpakete, die erstaunlich hoch springen können und alles andere als fragil sind.

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Das Fell

Das charakteristische Fell wird von zwei Faktoren bestimmt:

  1. Ticking
    Unter Ticking wird die Bänderung des einzelnen Haares verstanden. Im Ganzen betrachtet wirkt das Tier zwar einfarbig, doch bei genauer Betrachtung des Haares sieht man helle und dunkle Bänder. Weil diese Bänderung nicht am ganzen Körper gleich ist, sondern hellere und dunklere Stellen aufweist, entsteht eine Art Schattierung.
  2. Agouti
    Kühlere Körperregionen wie Extremitäten, Schwanz, Ohrenspitzen und Teile des Gesichts sind einige Nuancen dunkler als der Rest des Körpers der Singapura. Diese Fellzeichnung wird im Fachjargon Agouti genannt, dunklere Körperenden oft auch als Points.

Tatsächlich ist die einzige Färbung der Singapura, die von Zuchtvereinen beschrieben und anerkannt ist, „Sepia Agouti“. Unter Sepia versteht man eine warme, in Beigetönen gehaltene Färbung des Fells. Sie wirkt so, als sei die kleine Katze aus einer alten Fotografie entstiegen.

Kitten kommen mit einem hellen Fell ohne Ticking zur Welt. Erst im Alter von zwei bis drei Jahren weist das Kurzhaar der ausgewachsenen Katze seine endgültige Färbung auf.

Zusätzlich zu einer warmen und wunderschönen Fellfarbe kommt eine herrliche Textur. Du wirst Dich kaum sattstreicheln können am seidigen Kurzhaar der wundervollen Katze aus Fernost.

Der Kopf

Im Verhältnis zum kleinen Körper ist der Kopf auffällig groß. Vielleicht sind es die Ohren mit ihrem breiten Ansatz, die dem Kopf eine gewisse Wuchtigkeit verleihen.

Die Augen

Am auffälligsten sind die großen Augen dieser Katzen. Sie sind ein Hinweis darauf, dass ihre Vorfahren vornehmlich nachtaktiv waren. Sie konnten auch bei schlechten Lichtverhältnissen im Untergrund auf die Jagd gehen. Wenn man der Legende glaubt, passierte dies im Kanalsystem. Die Augen der Singapura zeigen bereits bei Kitten verschiedene Färbungen von grün über gelb bis braun und sind oval geformt.

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Wie groß ist eine Singapura?

Mit einer Schulterhöhe von nur etwa 15 cm gehört die Singapura zu den kleinsten Katzen. Unter den bekannten Rassen ist nur die Munchkin noch kleiner. Sie gilt allerdings als Qualzucht.

Zur besseren Vorstellung: Die bekannte Britisch Kurzhaar und die Maine Coon sind etwa zweieinhalbmal höher. Interessant bei dieser Rasse ist, dass die Katze die volle Größe erst mit etwa zwei Jahren erreicht.

Wie schwer ist eine Singapura-Katze?

Eine voll ausgewachsene weibliche Katze wiegt unter 2 kg, das Männchen bringt es manchmal auf bis zu 2,8 kg oder sogar etwas darüber.

Wütende Singapura
Ui, da ist jemand giftig! An sich ist die Singapura jedoch eine sehr verträgliche Katze. ©Seregraff/iStock

Charakter und Wesen der Singapura-Katze

Hast Du eine der seltenen Singapura ergattert? Dann wirst Du auch als Katzenprofi erst einmal über das Wesen dieser Samtpfote erstaunt sein. Sie mag anfangs schüchtern sein, aber das ändert sich. Du musst Geduld haben und ihr die nötige Zeit geben.

Die Katze verhält sich ihren neuen Menschen, dem neuen Katzenrudel und sogar dem vielleicht vorhandenen Hund gegenüber erst einmal sehr zurückhaltend. Das ist kein Zeichen von Angst. Sie braucht lediglich etwas Zeit, um warmzuwerden. Hat sie einmal Vertrauen gefasst, wird sie Dir und Deinen evtl. vorhandenen Kindern ihre Anhänglichkeit täglich unter Beweis stellen. Sie wird Dich wie ein Hund auf Schritt und Tritt begleiten. Eine sozialere oder noch mehr auf Menschen bezogene Katzenrasse lässt sich schwer finden.

Deine Singapura findet und akzeptiert rasch ihren Platz und Rang in der Familie zwischen Kindern und dem Hund. Doch sie ist vom Charakter her erst dann richtig glücklich, wenn sie sich mit Artgenossen beschäftigen kann. Halte sie deshalb besser nicht als Einzeltier, das würde ihrem Naturell schaden.

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Vierpfoter mit Familienwunsch

Am schönsten für eine Singapura ist eine große Familie mit Kindern, mehreren Katzen und einem Hund. In ihren vier Wänden sollte einfach immer etwas los sein. Innerhalb kurzer Zeit betrachtet und akzeptiert sie Menschen, Katzen und Hunde als ihr Rudel. 

Die Singapura-Katze ist allerdings klein und zart. Sie eignet sich deshalb eher nicht für Familien mit Kleinkindern unter vier oder fünf Jahren. Auch sehr wilde, verspielte und dominante Hunde sind keine passenden Weggefährten. Es braucht schon Fingerspitzengefühl und eine gewisse Sanftheit, um die Singapura nicht in Angst und Schrecken zu versetzen.

Auf keinen Fall passt diese Rasse in einen Haushalt mit ganztägig Berufstätigen. Diese kommen abends müde heim und das Tier bleibt tagsüber sich selbst überlassen. Das ist eine Qual für die soziale Katzenrasse. 

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Neugierig und reichlich schlau

Vom Charakter her ist Singapura sehr verspielt und neugierig. Schon beim Kitten zeigt sich seine außerordentliche Intelligenz. Als Halter dieser Katze hast Du immer reichlich zu lachen, denn sie ist immer zu Späßen aufgelegt. Wenn Du sie mit Intelligenzspielen für Katzen und viel Zeit beschenkst, werdet ihr unvergessliche Jahre zusammen erleben.

Die richtige Haltung der Singapura-Katze

Die Singapura ist vom Charakter her ein echtes Energiebündel. Sie braucht deshalb etwas mehr Futter als für ihr Körpergewicht auf den Packungen angegeben wird. Darüber solltest Du auf jeden Fall mit Deinem Tierarzt sprechen, wenn die Themen Haltung und Pflege auftauchen. 

Biete Deiner Katze außerdem eine spannende Umgebung mit der Möglichkeit zum Klettern, Laufen und Springen. Die Katze ist vom Charakter her sehr lernbegierig, weshalb sie leicht die Familienregeln akzeptieren wird. Auch die Stubenreinheit sollte flink klappen. Vergiss also nicht, ihr von Anfang an ein attraktives und immer sauberes Katzenklo zu bieten.

Welche Pflege braucht die Singapura-Katze?

Du wirst nicht viel Zeit in die Pflege Deiner Singapura investieren müssen. Sie hat ein seidiges Fell mit kurzem Einzelhaar, das keine verfilzende Unterwolle hat.

Katzen wie die Singapura reinigen ihr Kurzhaar selbst. Sie brauchen keine menschliche Pflege von Fell, Ohren und Augen. Es genügt ein sanftes Bürsten alle paar Wochen. Wenn Du allerdings feststellst, dass Deine Katze diese Art von Pflege liebt, verwöhne sie ruhig öfter damit.

Zur richtigen Pflege gehört auch eine artgerechte Ernährung mit einem Futter mit einem hohen Fleischanteil. Katzen brauchen einen hohen Grad an tierischem Eiweiß im Futter für die Gesundheit.

Nicht zuletzt musst Du als Halter bei der Pflege dafür sorgen, dass die Katze die notwendigen Impfungen erhält. So ist auch auf diesem Wege für die Gesundheit gesorgt.

Welche typischen Krankheiten hat die Singapura-Katze?

Vor allem Inzucht wirkt sich auf die Gesundheit und das zu erreichende Alter dieser Katze aus. Durch die geringe Zahl an Individuen gibt es nur einen kleinen Genpool. So vererben sich Gendefekte und damit Erbkrankheiten leichter von einer Generation zur nächsten. Neben einer geringeren Lebenserwartung entstehen durch Inzucht vor allem Immunschwächekrankheiten.   

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Wie alt wird eine Singapura-Katze?

Im Schnitt werden Singapura-Katzen etwa zwölf Jahre alt. Wenn es sich um eine umsichtige Zucht handelt, kann die Samtpfote jedoch durchaus auch 15 Jahre alt werden.

Eine Besonderheit bei dieser Rasse ist, dass sie auch im hohen Alter noch verspielt und aktiv ist. Diesen liebenswerten Charakterzug behält die Katze bis an ihr Ende.

Was kostet eine Singapura-Katze?

Da diese Katze in den letzten Jahren immer bekannter und populärer wurde, haben auch die Preise für Kitten entsprechend angezogen. Seriöse Züchter können für eine Singapura leicht bis zu 1.500 Euro verlangen.

Wem die Art der Züchtung nicht so wichtig ist, der bekommt eine Singapura vielleicht schon für die Hälfte oder weniger. Davon raten wir jedoch ausdrücklich ab! Auch wenn der Preis attraktiv ist, leidet meist schon bald die Gesundheit des Kätzchens. Vermutlich entstand es durch Inzucht von Vater/Schwester oder Mutter/Sohn. 

Verantwortungsvolle Züchter nehmen oft weite Wege auf sich, um familienfremde Zuchtkatzen oder -kater zur Paarung zu finden. So lassen sich viele Erbkrankheiten vermeiden. Der bessere Weg ist daher immer, entweder mehr zu bezahlen oder auf ein reines Rassekätzchen zu verzichten. So viele schöne Kitten mit anschmiegsamen Katzenseelen warten im Tierheim auf einen guten Platz. Sie schenken uns Menschen genauso viel Liebe und Vertrauen wie jede Rassekatze. Gib ihnen eine Chance!

Was macht die Singapura-Katze so besonders?

Eine Besonderheit dieser Katzenrasse ist ihr malaysischer Spitzname: Dieser lautet Kucinta und bedeutet auf Deutsch Liebeskatze. Er verrät uns viel über das Hauptmerkmal dieser speziellen und liebenswürdigen Katze. Sie beschenkt all ihre Familienmitglieder – Menschen, Hunde und Katzen – täglich mit ihrer Liebe. 

Weil der Genpool dieser Rasse so klein ist, sind die Vertreter ihrer Urmutter und ihrem Urvater noch sehr ähnlich. Bei der Zucht anderer Katzenrassen fehlt hingegen bei einem Vergleich jede Übereinstimmung. Zu weit hat sich das „Endprodukt“ der Züchtung schon vom Ursprung entfernt. Auch deshalb gilt die Singapura-Katze als eine der besonderen Rassen der Welt. Darfst Du eine Singapura Dein Eigen nennen, hast Du also einen echten Volltreffer gelandet! ♥


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