Magendrehung beim Hund: Ursachen, Symptome, Behandlung

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Eine Magendrehung beim Hund ist ein absoluter Notfall und das Tier braucht sofort Hilfe vom Tierarzt! Lesen Sie hier, wie Sie die Magendrehung erkennen.

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Eine Magendrehung beim Hund ist ein absoluter medizinischer Notfall! © iStock

Manchmal geht es ganz schnell: Der Hund bekommt eine Magendrehung und muss sofort zum Tierarzt.

Die Drehung des Magens ist eine lebensbedrohliche Situation und somit ein dringender Notfall. Der Hund braucht sofort Hilfe. Oft entscheiden nur wenige Stunden über Leben und Tod des vierbeinigen Lieblings!

Deshalb ist es auch so wichtig, über diese Krankheit und das damit verbundene Risiko Bescheid zu wissen. Denn nur, wer die Symptome kennt, kann rasch handeln. Die Tages- und Nachtzeit spielt hierbei keine Rolle. Schon beim bloßen Verdacht auf eine Magendrehung fahren Sie am besten sofort in eine Tierklinik, denn am nächsten Morgen könnte der Hund bereits verstorben sein.

Mithilfe eines Röntgengeräts stellt der Tierarzt die Diagnose. Bewahrheitet sich die schlimme Vermutung, dann kann meist nur noch eine Notoperation den Vierbeiner retten. Je schneller die Operation erfolgt, desto wahrscheinlicher ist das Überleben.

Viele Hunde haben heutzutage Glück, denn vor einigen Jahrzehnten war es noch völlig normal, dass etwa jedes zweite Tier die Behandlung nicht überstand. Oft war der Magen fast vollständig abgestorben und der Tierarzt musste den Hund noch während der Operation erlösen. Auch die Narkose barg ein hohes Risiko. Inzwischen ist die Prognose deutlich besser, Todesfälle gibt es aber dennoch.

Was ist eine Magendrehung beim Hund?

Der Magen des Hundes hängt verhältnismäßig locker zwischen dem Zwölffingerdarm und der Speiseröhre im Oberbauch. Dreht er sich um seine eigene Achse, kommt es zur Abschnürung von Blutgefäßen und auch des Magenein- und Magenausgangs. Die Gase können nicht mehr entweichen und infolgedessen bläht sich der Magen wie ein Ballon auf.

Häufig zieht die Drehung des Magens andere Organe wie die Bauchspeicheldrüse und die Milz in Mitleidenschaft. Die Folge ist ein langsames Absterben dieser wichtigen Organe.

Durch die Mangeldurchblutung der Magenwand gelangen im ungünstigen Fall Giftstoffe in den Blutkreislauf, die Nieren, Leber, Herz und Milz schädigen und manchmal zu einem Multi-Organversagen führen.

Schließlich fließt auch kein Blut mehr aus dem Hinterkörper zum Herzen. Infolgedessen erleiden die Vierbeiner einen Kreislaufschock. Ohne Tierarzt und professionelle Hilfe stirbt der Hund einen qualvollen Tod.

Magendrehung beim Hund erkennen: Welche Symptome gibt es?

Zu den Symptomen einer Magendrehung beim Hund gehören:

  • nervöses Umherlaufen
  • Unruhe
  • gekrümmte Körperhaltung, hängender Kopf
  • Versuch, zu erbrechen
  • starker Speichelfluss
  • aufgeblähter, harter Bauch
  • Hecheln
  • Apathie
  • fahle Maulschleimhaut

Meist dreht sich der Magen beim Hund nicht sofort komplett, sondern es kommt zu einer zunehmenden Aufgasung. Die Symptome sind deshalb zu Anfang eher unspezifisch. Sie bemerken ein nervöses Hin- und Herlaufen und eine vermehrte Unruhe beim Hund.

Auch die Körperhaltung des Hundes verändert sich. Der Rücken ist meist gekrümmt und das Tier lässt den Kopf tief hängen. Viele Vierbeiner wechseln besonders häufig ihre Position. Sie stehen, gehen oder liegen in ständigem Wechsel.

Manche Tiere versuchen, zu erbrechen. Das ist aufgrund des eingeschnürten Mageneingangs jedoch nicht möglich. Deshalb würgen sie nur Schaum hervor. Die Unfähigkeit, die Spucke in den Magen abzuschlucken, erzeugt einen teils heftigen Speichelfluss.

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Der Bauch spannt sich immer mehr, bekommt eine rundliche Form und fühlt sich schließlich hart an. Der Allgemeinzustand des Hundes verschlechtert sich zusehends.

Zur Unruhe, zum Würgen und zum Hecheln kommen Schwäche und Apathie. Die Maulschleimhaut ist schlecht durchblutet und von fahler, heller Farbe. Im späteren Verlauf richtet sich der Hund nicht mehr auf, sondern liegt seitlich und stirbt an einem Kreislaufschock.

Warum bekommen Hunde eine Magendrehung?

Die genauen Ursachen für eine Magendrehung sind noch nicht ausreichend geklärt und oft lässt sich auch kein direkter Grund feststellen.

Zum einen gelten jedoch eine zu hastige Aufnahme des Futters und das Toben mit vollem Magen als gefährlich, zum anderen spielt auch die Anatomie des Hundes eine große Rolle.

Es gibt darüber hinaus noch weitere Risikofaktoren, denn selbst Vierbeiner mit leerem Magen können von einer Magendrehung beim Hund betroffen sein. Starker Stress, das Abschlucken von Luft und gestörte Magenbewegungen gehören vermutlich ebenfalls zu den Ursachen für eine Drehung des Magens. Außerdem besitzen einige Hunde von Natur aus losere Magenbänder, was die Drehbewegung erleichtert.

Magendrehung beim Hund nach der OP

Nach der Behandlung durch den Tierarzt besteht weiterhin eine große Gefahr. Leider ist es mit der Positionierung des Magens bei der OP alleine oft nicht getan. Bei rund 80 Prozent aller operierten Hunde würde sich der Magen erneut verdrehen. Deshalb ist es mittlerweile üblich, den Magen am vorderen Teil der Bauchwand zu fixieren.

Leider verstirbt ein Teil der Vierbeiner trotz aller Bemühungen dennoch nach der Operation. Schuld daran ist keine erneute Drehung – oft sind Herzrhythmusstörungen, eine allgemeine Kreislaufschwäche oder eine zu starke Organschädigung die Ursache für den Tod.

 

Magendrehung beim Hund nach dem Fressen

Wie Beobachtungen zeigen, sind besonders häufig Hunde betroffen, die Verdorbenes und Vergorenes oder zu viel Futter auf einmal gefressen haben. Vermutlich kommt es in einem solchen Fall vorerst zu einer Magenüberladung oder einer gasbedingten Magenüberdehnung und infolgedessen zu einer Drehung.

Ein gefüllter Magen dreht sich leichter als ein leerer. Bewegung fördert diesen Prozess, weshalb Ihr Hund nach dem Fressen erst einmal ein bis zwei Stunden ruhen sollte, ehe er wieder über die Wiesen tollt, sich beim Spiel mit anderen Hunden oder beim Apportieren verausgabt. Auch Vierbeiner, die zu hastig ihr Futter verschlingen, bekommen eher Magenprobleme. Kritisch ist zudem die Aufnahme sehr großer Mengen Wasser.

Welche Hunde bekommen besonders oft eine Magendrehung?

Bei der Häufigkeit einer Magendrehung beim Hund sind vor allem zwei Faktoren entscheidend:

  • die Größe des Hundes
  • das Alter

Meist sind große und mittelgroße Hunde mit tiefer Brust von einer Magendrehung betroffen. Vor allem bei Rassen wie Neufundländer, Irischer Wolfshund, Deutsche Dogge, Berner Sennenhund, Bernhardiner, Dobermann, Deutscher Schäferhund, Boxer, Rottweiler, Weimaraner, Großpudel und Irish Setter ist das Risiko besonders hoch.

Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Notfall liegt bei der Deutschen Dogge bei etwa 39 Prozent. Alle anderen Rassen müssen mit einem rund sechsprozentigen Risiko leben. Auffallend sind Häufungen innerhalb der Abstammungslinie.

Ausschlaggebend ist auch das Alter. Magendrehungen bei unter einjährigen Hunden sind extrem selten. Ein alter Hund ist deutlich häufiger von einer Magendrehung betroffen. Gefährdet sind vor allem Tiere mit einem Alter von fünf Jahren und mehr. Bei sehr großen Rassen ist schon ab etwa drei Jahren Vorsicht geboten.

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Bekommen kleine Hunde öfter eine Magendrehung?

Nein, es sind vor allem die großen Vierbeiner, die an einer Magendrehung beim Hund leiden. Es ist zwar generell möglich, dass sich auch Ihr kleiner Liebling den Magen verdreht, die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr viel geringer.

Achten Sie dennoch selbst bei kleinen Hunden darauf, dass sie ihr Futter nicht zu hastig schlingen und mehrere kleine Portionen auf den Tag verteilt fressen.

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Im Handel gibt es spezielle Antischlingnäpfe auch für kleine Rassen. Außerdem führen Stresssituationen unter Umständen zu den unerwünschten Symptomen.

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Wie schnell kommt es zur Magendrehung beim Hund?

Die Magendrehung ist ein akutes und plötzlich auftretendes gesundheitliches Problem. Es gibt kaum Vorzeichen. Tiere, die kurz zuvor noch gesund und munter wirkten, fühlen sich auf einmal hundeelend und brauchen sofortige Hilfe. Zeigen sich die ersten Symptome, ist es höchste Zeit, eine Tierklinik aufzusuchen. Der Zustand verschlechtert sich rapide innerhalb weniger Stunden, sodass jede Minute zählt!

Behandlung: Was hilft bei der Magendrehung beim Hund?

Eine Magendrehung beim Hund ist ein Fall für eine sofortige Operation. Der Tierarzt legt an einem der Vorderbeine einen Venenzugang und gibt dem Tier eine Infusion gegen den Schock.

Ist der Bauch extrem angespannt, sticht der Mediziner mit einer dünnen Nadel in den Magen, damit die Verdauungsgase den empfindlichen Bereich verlassen. Oft fühlt sich der Vierbeiner daraufhin schon wieder besser.

Bei der Operation öffnet der Tierarzt den Bauch und lagert den Magen wieder in seine ursprüngliche Position zurück. Mithilfe eines Schlauchs entleert und spült er den Magen. Sind einige Abschnitte der Magenwand bereits abgestorben, dann stülpt der Arzt diese ein und vernäht sie oder er trägt das tote Gewebe ab. In manchen Fällen ist es notwendig, die abgestorbene Milz zu entfernen.

Da nach der OP die Gefahr für eine erneut auftretende Magendrehung beim Hund hoch ist, befestigt der Arzt Teile des Magens an der Bauchwand. Das nennt man in der Fachsprache Gastropexie.

Da manche Tiere nach der Operation an Herzrhythmusstörungen leiden, bleiben sie meist noch einige Tage stationär in der Tierklinik. Nur bei sehr gutem Verlauf dürfen die Vierbeiner schon am nächsten Tag nach Hause.

Welche Kosten entstehen bei einer Magendrehung beim Hund?

Benötigt Ihr Hund eine Operation wegen einer Magendrehung, verlangt der Tierarzt hierfür etwa 1.200 Euro aufwärts. Noch teurer ist die Behandlung in der Nacht oder an Sonn- und Feiertagen. Erfolgt die Operation im Notdienst, entstehen unter Umständen Kosten von über 2.000 Euro. Diese Kosten müssen ohne eine entsprechende Hundeversicherung vom Halter getragen werden.

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Wie kann man eine Magendrehung beim Hund verhindern?

Relativ zuverlässig verhindern lässt sich die Drehung des Magens nur durch die Gastropexie. Der Tierarzt fixiert dabei den Magen an der vorderen Bauchwand. Einige Tierärzte empfehlen diese Operation prophylaktisch für Tiere mit hohem erblichem Risiko.

Um das Risiko zu minimieren, lassen Sie Ihren vierbeinigen Liebling bitte nicht mit vollem Magen wälzen, spielen und toben. Dennoch gibt es auch Fälle, in denen Hunde nüchtern auffällige Symptome zeigen.

Die meisten Magendrehungen ereignen sich nachts oder am Abend, nachdem die Vierbeiner ihr Futter aufgenommen haben. Behalten Sie den Hund deshalb nach dem Fressen gut im Auge. Die Nächte verbringt der treue Vierbeiner am besten in Ihrer Nähe, damit Sie eine beginnende Unruhe sofort bemerken. Es ist kein Zufall, dass vor allem unbeaufsichtigt gehaltene Zwingerhunde versterben.

Außerdem bringt es Vorteile, dem Tier mehrere kleine Portionen Futter zu reichen und dabei einen ungefähren Zeitplan einzuhalten. Das Futter aus einem hoch gelegenen Napf zu geben, wirkt sich bei empfindlichen Hunden ungünstig aus, wie man annimmt. Ideal sind am Boden platzierte Antischlingnäpfe.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund alles Gute! Bleiben Sie beide gesund! ♥

Probleme mit dem Magen sind übrigens auch ein Grund, wenn der Hund Gras frisst. Mehr dazu erfahren Sie im verlinkten Artikel.

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Letzte Aktualisierung am 27.09.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen