• Katze trotz Allergie? So geht's! •

Eine Katzenhaarallergie ist für Liebhaber der Samtpfoten wirklich tragisch. Doch mit diesen Rassen finden auch Allergiker eine passende Katze.

Katze trotz Allergie: Diese Katzen eignen sich für Allergiker! © iStock

Können Allergiker Katzen halten? ❤ Ja, auch mit Katzenallergie kann es mit einer Samtpfote klappen! ❤ Diese Rassen sind perfekt für Allergiker.

Wenn Sie glauben, eine Allergie gegen Katzen zu haben bzw. vielmehr auf die Allegene im Katzenspeichel allergisch reagieren, lohnt sich ein kurzer Test, den Sie ganz einfach selbst zu Hause machen können (hier geht's zum Test). Sollten tatsächlich die Samtpfoten schuld an Ihren Beschwerden sein, also eine Katzenallergie vorliegen, ist dennoch nicht alles verloren.

Entgegen dem allgemeinen Glauben ist es hinsichtlich einer Katzenhaarallergie nicht entscheidend, ob ein Tier kurzes oder langes Fell hat. Denn der Auslöser für die meisten Allergien sind nicht die Haare, sondern die Eiweißverbindung "Fel-Dh1", die im Speichel der Katzen vorhanden ist. Die folgenden Katzenrassen produzieren dieses Protein viel weniger als andere und somit auch weniger Allergene. Zudem sondern sie weniger Hautschuppen ab. 

Es ist zwar nicht garantiert, dass diese vier Katzenrassen keine Allergiesymptome auslösen, aber die Erfahrung zeigt, dass sich die Beschwerden der Allergiker bei diesen Katzenarten auf ein Minimum reduzieren oder gänzlich ausbleiben. Für Menschen mit Allergien sind sie daher besonders geeignet.

1. Die Cornish Rex für Allergiker – die Verschmuste

Katze trotz Allergie: die Cornish Rex. © iStock

Steckbrief
Obergruppe: Kurzhaar
Größe: mittelgroß
Farbe: mehrfarbig
Gewicht (Kater): 3-4,5 kg
Gewicht (Katze): 2-4 kg
Kosten: ab 350-650 €

Ihr Aussehen
Die zierliche Cornish Rex ist mittelgroß und hat einen eleganten Körperbau mit langen, schlanken Beinen. Der liebe, aktive Stubentiger hat typischerweise ein samtiges, kurzes und gewelltes Fell, das durch das fehlende Deckhaar nur halb so dicht ist wie das anderer Hauskatzen. Durchschnittlich bringt eine Katze dieser Rasse 4,5 kg auf die Waage und hat eine Schulterhöhe von 40 cm.

Ihr Wesen
Wenn Sie sich für eine Cornish Rex entscheiden, begleitet Sie fortan ein freundlicher und intelligenter Vierbeiner. Sie ist eine aktive und bewegungsfreudige Katze, die mit  ihrer unbändigen Neugier alles um sich herum erkunden möchte. Genauso gern schmust sie allerdings auch mit Ihnen, denn sie ist sehr anhänglich und bleibt Ihnen ein Leben lang treu. Mit einer Cornish Rex holen Sie eine etwas andere Katze in Ihr Heim, denn sie zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Eigenheit aus: Wenn sie sich über etwas freut, wedelt sie wie ein Hund mit ihrem langen Schwanz.

Haltung/Pflege
Die Cornish Rex liebt Wärme und ist daher gut geeignet, wenn Sie Ihr neues Familienmitglied in der Wohnung halten möchten. Sie freut sich sehr über einen tierischen Artgenossen – dies kann sowohl eine Katze als auch ein Hund sein. Sie neigt dazu, sich auf die faule Haut zu legen, daher sollten Sie sie keinesfalls überfüttern, um Übergewicht zu vermeiden. Mit dem lockigen Fell der Cornish Rex müssen Sie behutsam umgehen, damit Ihre kurzen Haare nicht ausgehen. Es ist daher empfehlenswert, Sie in der Woche mehrmals mit einer weichen Bürste zu kämmen.

Zu wem passt sie?
Die Cornish Rex passt zu einem Familienhaushalt (auch mit Allergien der Menschen), in dem immer etwas los ist, wo sie viel Gesellschaft hat und mit regelmäßigen Streicheleinheiten verwöhnt wird. Sollten Sie idealerweise von zu Hause aus arbeiten, ist diese Katze der beste Freund in der Mittagspause sowie zum Kuscheln zum verdienten Feierabend.

2. Die Sphynx-Katze trotz Allergie – die Sensible

Katze trotz Allergie: die Sphynx-Katze. © iStock

Steckbrief
Obergruppe: Kurzhaar
Größe: mittelgroß
Farbe: creme, grau, weiß
Gewicht (Kater): 3,5-7 kg
Gewicht (Katze): 3,5-7 kg
Kosten: 600-1.000 €

Ihr Aussehen
Die Sphynx-Katze (bezeichnet durch die Vergleichbarkeit zur ägyptischen Sphinxfigur) zählt zu den Nacktkatzenrassen und stammt aus Kanada. Sie ist eine mittelgroße, muskulöse Katze mit auffallend großen Ohren, deren Erscheinung zierlich und elegant wirkt. Dies liegt vermutlich an dem auffälligsten Merkmal dieser Rasse: ihr fast fellloser Körper. Diese Katzen bringen ein Gewicht von 3,5 bis 7 kg auf die Waage und werden bis zu 100 cm lang sowie etwa 40 cm hoch. Wohnen kann sie aufgrund des fehlenden Haares auch bei einem Allergiker, der nicht auf die Haltung einer Katze verzichten will.

Ihr Wesen
Charakterlich gilt die Sphynx-Katze als sensibel und anhänglich, wird sehr zahm und kann sogar recht aufdringlich werden, wenn es darum geht, Streicheleinheiten einzufordern. Sie mag es, wenn Sie mit ihr schmusen und sich viel mit ihr beschäftigen – ihr Dank ist Ihre tiefe Zuneigung. Sphynx-Katzen sind sehr wissbegierige Tiere, die es besonders gut verstehen, Sie oder einen tierischen Genossen um den Finger zu wickeln. Die intelligente Katze kann dabei sehr frech und nahezu aufmüpfig werden, jedoch lässt sie sich gerne von Ihnen erziehen.

Haltung/Pflege
Wenn Sie eine Katzenallergie haben und eine Katze dieser Rasse halten möchten, sollten Sie einige Dinge beachten. Die Haut der Sphynx-Katzen gibt mehr Wärme ab als andere Katzenarten und ist aufgrund des nur geringen, nahezu unsichtbaren Fellflaums kaum geschützt vor der Sonneneinwirkung. Im Winter friert sie meist und im Sommer besteht die Gefahr eines Sonnenbrands. Daher sollten Sie die Katze nicht als Freigänger halten. Zusätzlich benötigt sie mehr Futter, da sie einen höheren Energiebedarf aufweist als andere Katzen. Die aufgeschlossene Sphynx fühlt sich in der Gesellschaft von anderen Artgenossen am wohlsten und ist daher wunderbar geeignet, wenn Sie mehrere Katzen halten möchten.

Zu wem passt sie?
Die Sphynx-Katze ist etwas Besonderes und passt zu außergewöhnlichen Menschen, die mehr als nur eine normale Hauskatze suchen. Wenn Sie sich tierische Gesellschaft wünschen, die die typischen Charakterzüge einer Katze mit den Merkmalen eines Hundes vereint, liegen Sie mit der magischen Sphynx genau richtig: Sie ist die Katze, die mit Ihnen abends vor dem Kamin kuschelt. Danach ist sie wunderbar dabei zu beobachten, wie sie anmutig und elegant durch das Wohnzimmer schleicht.

3. Die Sibirische Katze für Allergiker – die Unkomplizierte

Katze trotz Allergie: die Sibirische Katze. © Fotolia - Massimo Cattaneo

Steckbrief
Obergruppe: Halblanghaar
Größe: mittelgroß
Farbe: mehrfarbig, schwarz, blau, rot, creme
Gewicht (Kater): 4,5-8 kg
Gewicht (Katze): 3-6 kg
Kosten: 450-700 €

Ihr Aussehen
Die Sibirische Katze wird den „natürlichen Rassen“ zugeordnet und kommt aus Russland. Sie hat eine kräftige Statur mit mittellangen Beinen, einem dichten und wasserabweisenden Pelz, der sie sogar bei Minusgraden warmhält. Der sibirische Kater ist mit seinem Gewicht zwischen 4,5 und 8 kg ein ordentlicher Brummer (die größten Katzen der Welt sind allerdings noch etwas imposanter) und wesentlich schwerer als die Katzendame, die nur 3 bis 6 kg wiegt. Die Katzenrasse ist von mittelgroßer Statur und wird bis zu 120 cm lang. 

Ihr Wesen
Die Sibirische Katze ist ein pflegeleichter, aktiver und sehr sozialer Stubentiger. Wenn Sie sie als Jungtier zu sich holen und liebevoll integrieren, entwickelt sie ein sehr enges Verhältnis zu Ihnen und ist anhänglich und zuweilen verschmust. Dabei ist sie aber überhaupt nicht frech oder unverschämt. Die Sibirierin ist eine bodenständige Gefährtin, die sich mit ihrem munteren und kühnen Wesen für alles interessiert, was in ihrer Umgebung geschieht. Um Ihren Bewegungsdrang ausleben zu können, zeigt sie auch eine gewisse Eigenwilligkeit.

Haltung/Pflege
Die Sibirische Katze ist gern mit anderen Katzen oder Hunden zusammen und fühlt sich in Einzelhaltung nicht wohl. Sie ist ein guter Jäger und liebt es, zu klettern und zu springen. Daher sollten Sie ihr einen großen Kratzbaum oder einen Garten zur Verfügung stellen können. Auch das Wasser mag sie gern, ist aber durchaus zufrieden damit, bei etwas Auslauf im Haus zu leben. Ein Plätzchen am Fenster oder gar ein Balkon ist ideal für sie, da sie sich gern in der Sonne räkelt. Und nicht nur charakterlich ist diese Rasse sehr pflegeleicht, auch die Fellpflege ist unkompliziert. Achten Sie lediglich darauf, das Fell Ihres Lieblings regelmäßig zu bürsten und ihrer Sibirierin nur während des Fellwechsels verstärkt zu helfen.

Zu wem passt sie?
Die Sibirische Katze ist der optimale Begleiter für Sie, wenn Sie gern mit ihrem Haustier kuscheln und viel Zeit für Ihre Katze aufbringen können, um sie zu beschäftigen. Diese Rasse gilt als besonders menschenbezogen und ist daher gut geeignet, wenn Sie in ihre Familie ein zusätzliches Mitglied aufnehmen möchten.

4. Die Bengal-Katze bei Katzenallergie – die Temperamentvolle

Katze trotz Allergie: die Bengal-Katze. © iStock

Steckbrief
Obergruppe: Kurzhaar
Größe: mittelgroß 
Farbe: mehrfarbig, schwarz, braun, grau
Gewicht (Kater): 4-5,5 kg
Gewicht (Katze): 3-4 kg
Kosten: 750-1.500 €

Ihr Aussehen
Die agile Bengal-Katze wurde in den USA gezüchtet und ist aus einer Kreuzung von Wild- und Hauskatze entstanden, was sich nicht nur in ihrem wildkatzenähnlichem Aussehen, sondern auch im Charakter bemerkbar macht. Sie ist ein mittelgroßes, kräftiges, aber sehr schlankes Tier mit kurzem, glänzendem Fell und schönen, runden Pfoten. Ein männlicher Bengale wiegt durchschnittlich 5 kg, eine Katze ist mit etwa 4 kg etwas leichter. (Die kleinsten Katzen der Welt sind übrigens noch zierlicher.) Sie erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 40 cm und sind im ausgewachsenen Alter circa 110 cm lang. 

Ihr Wesen
Bengalen sind sehr aktive und freiheitsliebende Begleiter, die ihr energiegeladenes Wesen zeigen, wo sie nur können. Mit Begeisterung studiert Ihr kleiner Freund Kunststücke mit Ihnen ein und zeichnet sich dabei durch seine schnelle Auffassungsgabe und seinen cleveren, erfindungsreichen und freundlichen Charakter aus. Bengalen sind äußerst selbstbewusste Katzen, und "sagen", was Ihnen gefällt oder nicht -  sie können mit ihrem großen Lauterepertoire sehr redefreudig sein. 

Haltung/Pflege
Wenn Sie solch einen Stubentiger halten möchten, sollten Sie dafür sorgen, dass viel Platz vorhanden ist, denn die Bengal-Katze liebt ihren Freiraum und braucht mindestens einen großen Kratzbaum in der Wohnung. Auch einen Balkon mit weitem Freigehege oder einen gesicherten Garten nimmt sie gern an. Aufgrund ihres dominanten Wesens sollte eine Zweitkatze ihr gewachsen sein – am besten halten Sie eine weitere Artgenossin dieser Rasse. Dank ihres furchtlosen Charakters kommt sie meist auch gut mit Hunden zurecht. Die verspielten Tiere sind trotz ihrer robusten Art auch für Haushalte, in denen kleine Kinder wohnen, geeignet. Das kurze Fell der Bengalen ist nicht sehr pflegeaufwendig, sollte aber in regelmäßigen Abständen von Ihnen gebürstet werden, um Haarbällchen zu vermeiden.

Zu wem passt sie?
Die Bengal-Katze ist genau die Richtige für Sie, wenn Sie eine überdurchschnittlich intelligente, sehr sportliche und energiegeladene Begleiterin haben möchten, die das Haus gerne mal auf den Kopf stellt. Diese faszinierende Rasse ist für Überraschungen gut und eine tägliche Herausforderung. Sie wird nicht umsonst als „der Hund unter den Katzen“ bezeichnet, da es mit etwas Training möglich ist, ihr z. B. das Apportieren beizubringen.

Zusätzliche wertvolle Tipps

1. Wählen Sie das richtige Geschlecht
Generell sollten Sie sich mit einer Katzenallergie eher weibliche oder kastrierte, männliche Tiere zulegen, da die Produktion von Fel-Dh1 bei diesen Tieren niedriger ist als bei potenten Katern. 

2. Allergisch oder nicht?
Falls Sie noch nicht sicher sind, ob Sie tatsächlich eine Katzenhaarallergie haben, können Sie einfach mit einem Heimtest überprüfen, ob Sie tatsächlich auf die Samtpfoten oder auf etwas anderes reagieren.

3. Machen Sie den Test
Wenn Sie ausprobieren möchten, ob sich die ausgesuchte Katze mit Ihrer Allergie verträgt, können Sie beim Züchter schauen, wie Sie mit dem Stubentiger zurechtkommen oder eine Haarprobe abschneiden und beim Arzt damit einen Allergietest machen lassen. 

4. Lassen Sie sich desensibilisieren
Machen sich Symptome - ganz gleich welcher Art – bei Ihnen bemerkbar, können Sie mit Ihrem Arzt über eine spezifische Immuntherapie nachdenken, deren Wirksamkeit bei Katzenhaarallergien belegt ist. Bei der Hypersensibilisierung werden Ihnen von einem Arzt winzige Mengen des Tierallergens gespritzt, so dass der Körper sich daran gewöhnt. Funktioniert diese Therapie, können Sie Ihren kleinen Schatz bald ohne Nebenwirkungen streicheln.