Plage oder nicht – Spitzmäuse im Garten

Spitzmäuse sind häufig unter Steinen, in Laub- oder Komposthaufen zu finden. Auch Wiesen und Hecken sind ideal für die kleinen Insektenfresser. Ja, richtig, Spitzmäuse sind keine Mäuse, wie der Name suggerieren mag. Sie gehören zu den Insektenfressern und vertilgen Schädlinge im Garten. Sie fressen weder Blumenzwiebeln noch die Wurzeln von jungen Bäumen oder anderen Pflanzen. Dabei ist die immer hungrige kleine Maus sehr fleißig. Denn sie muss ständig essen.

Die Schnauze der Spitzmaus ist typisch für einen Insektenfresser. Sie hat keine Nagezähne, mit denen sie großen Schaden anrichten könnte. Pixabay © rhae (CC0 Public Domain)

Spitzmäuse sind nützlich

Die Spitzmaus zählt nicht zu den Schädlingen. Ihre Lieblingsspeise sind Schnecken, die nur allzu gerne den jungen Salat fressen, oder die Maulwurfsgrill, die sich über die Wurzeln hermacht und großen Schaden im Garten anrichten kann. Manchmal frisst sie sogar Wühlmäuse. Alle Arten von Insekten und Insektenlarven stehen regelmäßig auf ihrem Speiseplan.

Können Spitzmäuse auch zu einem Problem werden

Doch wenn die Spitzmaus sich nicht im Garten niederlässt, sondern im Haus und dort Hohlräume besiedelt, wie Zwischenwände, Rollladenkästen oder Dämmungen, kann es problematisch werden. Das winzig kleine Tierchen setzt Unmengen von Kot ab und verunreinigt so die Bereiche. Mit der Zeit entsteht auch ein sehr unangenehmer Geruch, der nicht nur von den Exkrementen kommt. Die Spitzmaus sondert ein moschusartiges Sekret ab, um damit ihr Revier zu markieren.

Aber im Gegensatz zu den Mäusen überträgt sie keine gefährlichen Krankheiten. In Einzelfällen kommt es über Speichel, Kot oder Urin zur Ansteckung mit dem für Menschen gefährlichen Bornavirus, das eine Hirnhautentzündung auslöst. Sie bringt allerdings Parasiten mit in ihre Behausung, beispielsweise Milben oder Zecken.

So erkennen Sie einen Befall

Der Befall mit Spitzmäusen ist nicht so leicht zu erkennen. Die Tiere leben als Einzelgänger, Kontakt zu Artgenossen haben sie nur, um sich zu paaren. Ein Nest bauen sie nur für ihre Jungen. Aber die Unmengen von Kot und der Geruch sind charakteristisch. Es kommt kaum zu Schäden an den Lebensmittelvorräten oder an Holzteilen.

Beim Kot ist es schwierig, ihn genau zuzuordnen, weil er dem der Wanderratte in Größe und Form sehr ähnlich ist. Das kann zu einer Fehleinschätzung führen und Panik vor Rattenbefall kommt auf. Doch es handelt sich eigentlich nur um die harmlose Spitzmaus. Die dann ausgelegten Rattenköder verschmäht die Spitzmaus natürlich.

Zudem sieht die Menge an Kot aus, als wäre eine ganze Spitzmauskolonie zugange. Doch meist sind es nur ein oder zwei Tiere.

Vertreiben, aber ohne Gift – so gelingt es

Da die Spitzmaus nicht als Schädling gilt, ist es laut Tierschutzgesetz (TSG) nicht erlaubt, sie zu töten. § 4 Absatz 1 TSG verbietet, es Wirbeltiere zu töten, die keine Schädlinge sind. Im Garten ist es gar nicht notwendig, den kleinen Gast zu töten, er ist dort nützlich und hilft dabei Schädlinge zu bekämpfen. Zudem ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich das scheue kleine Tier überhaupt zeigt.

Wer sie dennoch loswerden will, sollte auf jeden Fall zu Hausmitteln greifen und nicht zur Giftkeule. Mit den Tipps für Hausmittel, um Spitzmäuse zu vertreiben sollte das klappen.

Eine andere Möglichkeit sind Lebendfallen, um die Spitzmaus lebendig zu fangen und sie anschließend auszusetzen. Wichtig dabei ist, dass genügend Köder in der Falle sind, damit die kleine Maus nicht verhungert. Der Stoffwechsel einer Spitzmaus ist extrem schnell. Sie verhungert innerhalb von drei Stunden, wenn sie nichts zu fressen findet.

Das kleine Herz schlägt etwa 800 bis 1000 Mal pro Minute. Spitzmäuse fressen am Tag etwa 1,3 Mal so viel, wie sie wiegen. Ein säugendes Muttertier kommt leicht auf das Doppelte ihres Körpergewichts. Deshalb setzen sie diese großen Kotmengen ab. Der Köder sollte etwas Fleischiges sein, wie beispielsweise Leberwurst, deren Geruch sich schnell verbreitet.

Ist die Spitzmaus schließlich in die Falle gegangen, gilt es sie auszusetzen. Wer nicht will, dass sie wiederkommt, sollte sie mehr als einen Kilometer weit wegbringen. Wer sie im Garten als natürlichen Schädlingsbekämpfer behalten möchte, sollte alle potenziellen Eintrittsstellen ins Haus gut versiegeln, sonst könnte sie zurückkehren.